Bei Citroën gehört Futurismus zur Marken-DNA dazu!

Automarken verändern sich im Laufe der Jahrzehnte. Sie können dabei einen Teil ihrer DNA verlieren, sich neu erfinden und man erkennt sie eines Tages nicht wieder. Bei Citroën gehört der Futurismus lange Zeit zur Marken-DNA dazu. Eigentlich ist er der Markenkern, denn wie soll man sonst Citroën erklären und verstehen?

Nur Citroën bringt es fertig, den Kunden ein Armaturenbrett zu servieren, das so herrlich nach Science-Fiction aussieht. Gegen GS und CX und die Bediensatelliten und den Lupentacho sieht alles andere auf dem Markt nach gestern aus. Dann ist da die typische Stromlinienform, die mutige ausgefeilte Aerodynamik, die optisch mehr hermacht, als sie manchmal im Detail bringt.

Citroën verkauft bis in die 80er Jahre hinein Zukunft. Und das ganz konkret.

Die Zukunft ist jetzt, sagt Citroën
Die Zukunft ist jetzt, sagt Citroën

Bei Citroën gehört Futurismus zur Marken-DNA dazu!

Zum Futurismus gehört die Hydropneumatik fest dazu. Jene Federung, die nach dem Glauben von Citroën und jedem, der eine DS, einen CX oder GS fahren durfte, allem Irdischen weit überlegen ist. Der Citroën fliegt über die Straße, als ob sie neu geteert wäre, und das Marketing weist 1982 nicht ohne Stolz darauf hin, dass dieses Fahrwerksystem sonst maximal in Düsenflugzeugen und Interkontinental-Reisebussen zu finden sei.

Natürlich ist jeder Citroën mit seinem Futurismus der Stolz einer Nation, die es damals versteht, Zukunftsglauben zu wecken. Frankreich hat die Concorde. Das sagenhafte Überschallflugzeug, und Citroën hat folgerichtig den CX Concorde (Link). Die Avantgarde für die Straße, für Concorde Fans und Concorde Piloten und alle, die verrückt nach Futurismus sind.

Die Marke fährt mit dem Futurismus und ihrer Eigenwilligkeit lange Zeit nicht schlecht. Generell sind sämtliche Citroën Modelle ziemlich günstig im Verbrauch, was aus Aerodynamik und Leichtbau resultiert. Sie sind alle besonders, mit ihren eigenwilligen Bediensatelliten, welche die deutsche Autopresse immer wieder arg kritisiert.

Aber das Zeitalter des Citroën Futurismus neigt sich dem Ende zu.

Futurismus, Citroën Werbung 1982
Futurismus, Citroën Werbung 1982

Citroën Futurismus, den man heute schon kaufen kann

Im Jahr 1982 wirbt der Hersteller in sämtlichen großen deutschen Printmedien für die Zukunft, die man heute schon kaufen kann. Warum, so fragt die Marke, soll man auf Konzepte warten, die man erst in einigen Jahren kaufen kann?  Tatsächlich sehen CX, GSA und Visa immer noch aus, als ob sie der Zeit voraus wären, speziell, wenn man die vergleichsweise konservativen Angebote der Marktbegleiter betrachtet.

Aber der Schein täuscht. Der GSA steht vor der Ablösung, der Citroën BX (Link) ist im Anflug. Der ist aus heutiger Sicht immer noch hochinnovativ, schon alleine durch den Einsatz von reichlich Kunststoff im Karosseriebau. Außerdem hat er auch zum Start noch die legendären Bediensatelliten, den Lupentacho und natürlich die Hydropneumatik.

Für die Zeitzeugen hat er aber keinen Citroën Futurismus mehr. Die Designer bei Citroën seien nach so viel Futurismus jetzt wohl erschöpft, schreibt eine große deutsche Autozeitung leicht frustriert. Das Gandini Design ist tatsächlich kantig, sachlich, ein Stilbruch, wenn man so will.

Es fehlt erkennbar das Visionäre, welches es von Citroën seit der DS regelmäßig wieder gab. Es ist der Vorbote für das Ende des Futurismus, der nach dem BX mit dem Xantia (Link) weiter Fahrt aufnehmen wird.


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