Keine Reichweitenangst im Opel Ascona Diesel

1984 ist die Diesel-Welt noch rustikal aufgestellt. Ein Diesel-Pkw ist allgemein laut, langsam, sparsam. Er läuft ausnehmend rau und wird meist mit günstiger Ausstattung gekauft. Einen Diesel kauft der Mensch, der auf dem Land wohnt, Zugang zu verbilligten Agrardiesel hat, als Metzger einen Anhänger ziehen muss, oder vielleicht ziemlich genau aufs Geld achtet.

Die Vorurteile verstummen spätestens dann, als Fiat 1986 mit der Dieseldirekteinspritzung einen Trend lostritt, der bis zum Diesel-Skandal von Volkswagen fast 3 Jahrzehnte anhält. Aber noch ist es nicht so weit. 1984 hat der Opel Ascona Diesel den braven Wirbelkammerdiesel unter der Haube, der als einzige Alternative zum großen Angebot der Benzinmotoren in der Preisliste steht.

Opel Ascona Diesel, keine Reichweitenangst
Opel Ascona Diesel, keine Reichweitenangst

Keine Reichweitenangst im Opel Ascona Diesel

Der Ascona Diesel ist rustikal, von flüsternder Laufkultur keine Spur, und mit 54 PS alles andere als zügig. Der gleiche Antrieb arbeitet auch im Kadett, und schon dort ist er ein Fall für ruhige Gemüter und wird gerne als Fahrschulauto eingesetzt. Doch er ist sparsam. Zumindest nach damaligen Maßstäben, denn er gibt sich bei entspannter Fahrweise mit unter 7 Litern auf 100 Kilometer zufrieden.

1000 Kilometer Reichweite verspricht Opel den Kunden, alternativ nur alle 4 Wochen zur Tankstelle zu fahren. Elektroauto-Fahrer träumen von diesen Werten, welche die Marke mit dem Blitz im Kühlergrill vor über 40 Jahren anbot.

Der Ascona ist generell eine schlichte Erscheinung, ein typisches GM-Weltauto. Er ist frei von jeder technischen Innovation und auch sonst von jeder Überraschung. Richtig gut finden ihn nur Menschen, die entweder in Bochum geboren wurden oder deren Schwager bei Opel arbeitet.

Die überwiegende Mehrheit kauft sich den Ascona, weil er so ist, wie er eben ist. Er ist günstig im Unterhalt, ebenso in der Anschaffung.

Opel - 1000 Kilometer Reichweite (1984)
Opel – 1000 Kilometer Reichweite (1984)

Der Opel Ascona Diesel ist schlicht, aber ehrlich

Das Händlernetz von Opel liegt zu dieser Zeit engmaschig über der alten Bundesrepublik und trägt zum Erfolg maßgeblich bei. In fast jedem kleineren Ort gibt es eine Opelwerkstatt mit angeschlossenem Verkauf. Man kennt einander, das schafft Vertrauen, manchmal auch Traditionen, und einige Prozente sind beim Kauf immer drin.

Anders ist der Erfolg der dritten Opel Ascona Generation kaum zu erklären, denn auch im Innenraum geht es ebenso schlicht zu wie bei der Technik. Harter, robuster Kunststoff dominiert, er gibt sich nicht einmal die Mühe, Wertigkeit vorzuspielen. Es könnte sein, dass es diese Ehrlichkeit ist, die Kunden damals schätzten.

Der Ascona Diesel ist ein Budgetauto, das sich fast jeder leisten kann, welches sich auf Wesentliche beschränkt und mit dem man von Hamburg nach Paris ohne Zwischenstopp fahren könnte.


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