Bei Opel bewiesen sie Humor, als sie den Manta A 1970 vorstellten. Der Pressetermin für den Manta war in einem Hotel am Timmendorfer Strand anberaumt. Und wer Manta und Fisch und Strand assoziierte, der musste lächeln. Der Tag, an dem der Manta kommt, lautete dann auch der Werbespruch der Opelaner, und die Aufmerksamkeit des Publikums war enorm.
Die frühen 70er Jahre waren die Zeitrechnung der bezahlbaren sportlichen Coupés. Ford hatte mit dem Capri den ersten Schritt schon zwei Jahre früher gemacht und war extrem erfolgreich. Opel zog jetzt nach. Was Fahrzeuge dieser Bauart verband, war eines. Sie erfüllten zwar die großen Träume für den Normalverdiener, basierten aber auf unspektakulärer Großserientechnik.

Der Opel Manta A hatte einen Hauch von Alfa Romeo
Das stellte keinen Nachteil dar. Die Unterhaltskosten bleiben niedrig, die Alltagstauglichkeit hingegen war hoch. Fahrwerk und Bodengruppe teilte sich der Manta A mit dem Ascona A, die Motoren hatten den näselnden Klang aller Opel Triebwerke, aber das ging in Ordnung so.
Denn die Form war betörend, sie hatte tatsächlich etwas von italienischer Eleganz. Das Manta A Coupé ist ohne Frage das Schönere von beiden Manta Versionen. Und hinter der tollen Fassade lauerte wirklich ein wenig das Alfa-Romeo-Gefühl. Der Schalthebel ragte so unverschämt abgeschrägt in den Innenraum hinein, wie es bei den Alfas der Fall ist. Da kamen Sportwagenfantasien auf.
Sonst aber blieb der Manta A betont sachlich, ein typischer Opel eben. Wer sich in einem Kadett oder Rekord zurechtgefunden hatte, der bekam auch kein Problem mit dem Manta. Der Tachometer lag in der Mitte der Anzeigentafel, links die Anzeigen für die Füllstände und Temperaturmessung, rechts eine Uhr. So ging Opel, sachlich, praktisch und gut abzulesen, und Alfa Romeo war spätestens hier nicht mehr anwesend.

Wer Geld in die Berlinetta Ausführung investierte, bekam Holzfolie-Dekor auf das Armaturenbrett geklebt, hatte Türtafeln und Sitzbezüge in Wagenfarbe und ein Vinyldach. Kombiniert mit dem 1900er-Motor, der sogar eine Startautomatik besaß, gab es 90 PS frei Haus. Die 12,5 Sekunden von 0 auf Tempo 100 waren den Opel-Werbern damals sogar eine Erwähnung wert.
Das war eine Art von Luxus, aber was primär zählte, war das gutmütige, immer sichere Fahrverhalten des Opel Manta A. Die Alltagstauglichkeit machte den Fisch der Rüsselsheimer zum Sportcoupé für jeden Tag. Zur Waffe gegen den Capri, den Ford wie warme Semmeln unter das Volk brachte.
Die Werbung aus dem Jahr 1971 zeigt einen Ur-Manta, so wie er am Timmendorfer Strand angespült wurde. Die Farbe könnte das elegante Royalrot sein, sicher bin ich mir nicht, die Drucktechnik vor 50 Jahren war bei weitem nicht so brillant wie heute.
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