Im Herbst 1979 stellt Ford den neuen Taunus (TC 80) vor und die meisten registrieren es nicht. Denn der Neue sieht aus wie der Alte, der bis in den August hinein von den Bändern rollt. Nach der Sommerpause macht sich der nach dem Modelljahr TC 80 genannte Taunus auf den Weg, er wird der Letzte in dieser Namensreihe sein.
Auf den ersten Blick sieht man die Neuheit nicht und nur wenn man mit der Marke vertraut oder Fan ist, oder vielleicht für Ford arbeitet, fallen die Änderungen ins Auge. Der Taunus (Link) durchläuft die 3. Evolutionsstufe und in Köln nimmt man dafür einiges an Geld in die Hand. Man investiert in ein verändertes Blechkleid, was teuer ist, da neue Werkzeuge in Auftrag gegeben werden müssen.
Was aber aufgrund des fast unveränderten Grunddesigns nicht sofort ins Auge fällt.

Wenn Ford den neuen Taunus (TC 80) vorstellt und keiner es bemerkt
Trotz der Ähnlichkeit zum Vorgänger hat Ford fast jedes Blechteil geändert. Die Fensterflächen sind nun, dem Trend der Zeit folgend, größer geworden, und der Innenraum ist hell und angenehm. Das Raumgefühl profitiert, die Aufenthaltsqualität wird gesteigert.
Die Blinkleuchten ziehen sich jetzt vorn um die Kotflügel herum, hinten installiert der Hersteller größere Rücklichter, und beides lässt den Taunus moderner erscheinen und dient der aktiven Sicherheit. Auffällig sind auch die Stoßfänger. Welche bis zu den Radläufen herumgezogen werden und in Verbindung mit den Seitenleisten ein harmonisches Bild ergeben sowie dazu beitragen, Schäden an der Karosserie zu vermeiden.
Der Ford Taunus (TC 80) und das Saab Denken
Ford macht auch etwas, was überraschend ist. Dass man Redundanz dem schwedischen Hersteller Saab mit seinem Flugzeug-Denken zuschreiben kann (Link), ist keine Überraschung. Dass Ford gleichzieht und in den Rückleuchten je zwei Glühbirnen verbaut, ist es auf jeden Fall. Das ist echte Redundanz, das kostet einige Pfennige mehr, jedoch profitiert der Kunde davon. Fällt eine der Glühbirnen aus, bleibt der Taunus dennoch sicher für andere Verkehrsteilnehmer bei Dunkelheit gut erkennbar.

Auch sonst ist der Hersteller auf Sicherheit bedacht. Automatikgurte vorn und hinten sind 1979 nicht überall Standard, das Verbundglas in der Frontscheibe ist vorbildlich und serienmäßig, die Kopfstützen vorn sind ein weiterer Sicherheitsgewinn.
Die Motoren mit 1,3 und 1,6 Litern erhalten neue Vergaser, die Ford als Variable-Venturi-Vergaser bezeichnet. Deren im Vergleich zu den bisherigen Einfachvergasern besseres Luft-Kraftstoff-Gemisch rettet die etwas angejahrten Motoren vor dem Aus durch verschärfte Abgasregeln und für die Gourmets unter den Kunden servieren die Kölner nach wie vor den 2 und 2,3 Liter V6 Antrieb.
Der Ford Taunus TC 80 muss trotz des relativ hohen Aufwands für die Überarbeitung nicht lange durchhalten. Im Juni 1982 fällt bereits der Vorhang. Die Produktion läuft noch Jahre in der Türkei weiter, aber für deutsche Kunden ist es die Stunde für eine Zeitenwende. Der Ford Sierra tritt die Nachfolge an. Nicht nur der Namen ändert sich, Ford wirft viel mehr an Tradition von Bord.
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