Welches Modell fällt zuerst ein, wenn man an die Marke Lancia denkt? Korrekt, es ist der Lancia Delta, der ewige Rallye-Weltmeister, und vor dem geistigen Auge fährt der unsterbliche Lancia Delta Integrale über die Piste. Den gibt es nicht von Anfang an, die Karriere des Lancia Delta beginnt viel braver und recht unspektakulär.
Eigentlich fängt die Geschichte zusammen mit Saab an. Die Schweden und die Italiener kooperieren und das gemeinsame Kind trägt den Namen Lancia Delta oder auch Saab-Lancia 600, denn Doppelnamen sind in Skandinavien in.
Allerdings ist die Mitarbeit der Saab-Menschen auf wenige Details beschränkt. Die Entwicklung der Heizung wird der Marke aus Trollhättan zugeordnet, die Winter im Norden sind lang und hart.

Rallye-Weltmeister Lancia Delta, das klingt verkaufsfördernd
1979 beginnt die Produktion, die zunächst nicht reibungslos läuft. 1982 steigt Saab schon wieder aus (Link), da nimmt die Geschichte für Lancia erst Fahrt auf. Denn in diesem Jahr kommt der sportliche GT auf den Markt, ein Jahr später schiebt Lancia den Turbo hinterher.
Der Delta HF Turbo lässt die Talente erkennen, die im Kompaktwagen schlummern, und die sportlichen Eigenschaften auf dem Weg hin zum Integrale kann man spätestens im Herbst 1986 nicht mehr übersehen. Als letzte Integrale Vorstufe wird der Lancia Delta HF 4WD auf die Kunden losgelassen. Den 2-Liter-Turbo-Antrieb leihen sich die Ingenieure beim großen Lancia Thema (Link) aus, er leistet 165 PS und schießt den Allrad-Delta auf eine Spitzengeschwindigkeit von Tempo 208.
Der Golf GTI 16V (Link), der als Messlatte für kompakte Sportlichkeit gilt, bringt es nur auf 139 PS und kann von Glück sagen, dass sich der Delta in Deutschland nicht rasend verbreitet.

Ein Jahr später siegt Lancia mit dem Delta während der Rallye-Weltmeisterschaft in Serie, die Geburt einer Legende beginnt, und die große alte italienische Marke wird sich den Weltmeistertitel von da an sechsmal in Folge holen. Ob die Werbetexter, die 1987 den Text „Wir gehen mit dem Ziel an den Start, aus Rallye-Erfolgen Serien-Erfolge zu machen“ den Weltmeistertitel in Serie meinen?
Tatsächlich hat der Lancia Delta HF 4WD, den jeder damals kaufen kann, nichts mit den hochmotorisierten Versionen zu tun, die über die Rallye-Piste fliegen und den Mitbewerber in den Wahnsinn treiben.

Der Lancia Delta ist ein weltmeisterliches Auto
Aber die Siege sind verkaufsfördernd und strahlen auf die komplette Baureihe. Egal, ob sich der Kunde für den Delta HF oder den braven 1600 i.e. entscheidet – er fährt ein weltmeisterliches Auto. In Momenten wie diesen ist auch die Fiat-Nähe der Technik vergessen, sie ist tatsächlich nicht so eng, wie man es in der Presse lesen kann.
Lancia greift natürlich in das Konzernregal, aber die Motoren werden überarbeitet und unterscheiden sich in feinen Details. Und geniale Dinge, wie die Camuffo Hinterachse, werden von Lancia entwickelt und wandern dann in andere Modelle, die unter anderem Alfa Romeo oder Fiat als Markenzeichen tragen. So läuft der Technik-Transfer, zumindest in diesen Jahren, welche gut für Lancia sind.
Die Karriere endet mit dem Ende der Produktion 1994, es bleibt alleine der Delta Integrale als ewige Legende zurück. Die darauffolgenden Delta Generationen haben mit dem Original wenig zu tun, sie stehen sinnbildlich für die Krise, in der die Marke in den Folgejahren fährt.
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Quasi ein neuer Blog und gleich zu Beginn eines meiner Lieblingsautos. Im Laufe meines „Autolebens“ hatte ich drei davon, aber nie einen Integrale. Es blieb bei 1500 mit 5-Gang Getriebe, einem GT mit 105 PS und einem HF Baujahr 1984 mit 132 PS. Tolle Autos, tolle Zeiten!