1984 stellt Volkswagen den VW Passat Variant Syncro vor. Dazu nimmt man eine Anleihe aus Ingolstadt. Audi spendiert die Quattro Technik, und in Wolfsburg hofft man, vom Allrad Image partizipieren zu können. Der Aufwand, den Passat B2 auf den Syncro Antrieb umzustellen, ist hoch. Denn die ursprüngliche Bodengruppe ist nur auf Frontantrieb ausgelegt.
Ein Platz, um die Kardanwelle nach hinten zu führen, ist nicht existent. Volkswagen konstruiert die Bodengruppe um, der Passat Syncro verliert auch die Mulde für das Reserverad, denn die Hinterachsführung wird aufwendig und lässt dafür keinen Raum. Ob sich der Aufwand lohnt, ist unklar, denn die Syncro Modelle werden hochpreisig in der GT Ausstattung angeboten und nur mit den prestigeträchtigen Fünfzylindermotoren.
Das verringert die Bandbreite der möglichen Kundschaft von Anfang an.

Für Förster und Landwirte: Der VW Passat Variant Syncro C
Objektiv betrachtet bekommt der VW Passat Variant Synchro Kunde ziemlich viel bewährte Audi Technik, die in einem nüchternen VW Passat verpackt wird. Der Allradantrieb ist permanent, ein Sperrdifferential gibt es auch, und im Pkw Bereich findet man kaum einen besseren Begleiter für sämtliche Witterungen.
Allerdings funktioniert der Absatz nicht ganz so gut, wie das Marketing sich die Idee zurechtgebogen hat. Der VW Passat B2 ist zu dieser Zeit auch ein Auto ohne Glamour, welches jedoch das Image von Zuverlässigkeit und hohem Nutzwert trägt.
Im Außendienst und beim Handwerk sehr geschätzt, taugt das Angebot kaum für ein höherpreisiges Image. Und es sind wenige, die zum 5-Zylinder Syncro greifen. Tatsächlich gibt es eine gewisse Verbreitung in der Jägerschaft. Die Eltern eines Freundes greifen kurz nach dem Erscheinen zu und transportieren im Synchro den Jagdhund – denn die Einstiegskante liegt niedriger als im Range Rover.
Dass der Syncro voll ausgestattet bestellt wird, ist klar. Aber der VW ersetzt hier nicht den britischen Geländewagen. Er ist nur der praktische Kombi für die Fahrt ins Jagdrevier.
Bei Volkswagen schiebt man daher 1986 eine einfache Version nach. Der Passat ist ein klassischer Kombi mit einem großen Laderaum und einer zuverlässigen Technik. Da passt die Syncro C Variante optimal für gewerbliche Einsätze. Der Preis sinkt unter 30.000 DM, die Technik wird nicht abgerüstet, wohl aber die Ausstattung. Das „C“ steht in der VW-Nomenklatur ganz weit unten, es ist das Merkmal für nüchterne Knausrigkeit.

Die Ausstattung ist knausrig, der Motor bereitet Freude
Mit einer „C“-Ausstattung erhält man niemals ein annähernd wohnliches Auto. Zum reinen Luxus, der extra bezahlt werden muss, gehören Zigarettenanzünder oder Aschenbecher. Vom Mono Radio braucht man erst gar nicht zu träumen. Die „C“-Version ist abschreckend und nicht anziehend, Fuhrparkleiter teilen sie den niedrigsten Gehaltsrängen zu.
Den Passat Variant Syncro C gibt es mit einem 1,8 Liter Vierzylinder, der entweder mit Vergaser oder Einspritzung und dann mit Katalysator 90 PS leistet. Die Maschine ist herzhaft rau, aber sie bringt gute Fahrleistungen und einen überraschend starken Durchzug. Gerüchte sagen damals, dass die Antriebe in der Leistung nach oben streuen.
Aber was ganz sicher nach oben ausschlägt, ist die optimistische Anzeige des Tachometers, der eine gewaltige Voreilung hat.
Immerhin: Mit dem VW Passat Syncro C hat Wolfsburg jetzt ein Alternativangebot für Bergbauern und Almwirte, die liebend gerne einen Allradkombi von Subaru fahren. Die Popularität macht er dem japanischen Fabrikat nicht wirklich streitig, dazu hätten sich die Niedersachsen mehr Mühe geben müssen.
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Meine Eltern hatten einen regulären Passat Kombi C mit der 1,3-Liter-Maschine, Vergaser, mit 60 PS. Von Beschleunigung konnte man da nicht reden. Und das mit dem voreilenden Tacho kann ich bestätigen. Die vermeintlichen 50 Km/h in der Ortschaft entpuppten sich als etwa 33 Km/h. Es wurde ein neues Tachoblatt eingebaut. „Radarfreundliches Auto“ nannte es die VAG-Werkstatt.
Vor dem Hintergrund der Erfahrung mit der C-Ausstattung (rechter Außenspiegel aufpreispflichtig!) und Anhängerkupplung sowie Dachreling vom März 1986 für rund 18.000,- DM wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, nochmal 12.000,- DM mehr auszugeben für das gleiche mit Allradantrieb.
Es gab noch einen anderen Grund, zum Syncro zu greifen. Wer in der Baureihe ABS haben wollte, musste einen Allrad Passat ordern, da es nur dafür ABS optional gab.