Man kann Mitsubishi nicht vorwerfen, es nicht versucht zu haben. Ab 1987 startete die Marke mit den drei Diamanten mit dem Sapporo den ersten Versuch, in der automobilen Oberklasse Fuß zu fassen. Wie damals üblich, probierte man es erst gar nicht, im Hinblick auf Design zu punkten.
An einen Mitsubishi Sapporo hätte man ohne Probleme auch ein Renault- oder Opel-Logo kleben können. Kein Mensch hätte die Herkunft angezweifelt, der Sapporo war so beliebig geraten wie ein Opel Omega oder ein Renault 25. Mitsubishi nahm das mit einem Achselzucken zur Kenntnis, anders ist die belanglose Gestaltung der Karosserie kaum zu erklären.
Wichtiger waren die Vollausstattung und technische Spielereien, mit denen man das Spitzenmodell vollpackte.

Der komplett vergessene Oberklasse Versuch Mitsubishi Sapporo
ABS war damals nicht überall zu haben und wenn, dann mit saftigen, vierstelligen Auspreisen. Der Sapporo hatte es in Serie. Die Servolenkung war natürlich geschwindigkeitsabhängig, was modern war, aber von damaligen Autotestern nicht positiv bewertet wurde. Zentralverriegelung und elektrische Fensterheber gab es ebenfalls ohne Aufpreis, der Höhepunkt jedoch war das elektronische ECS-Fahrwerk.
Wählbar waren High, Normal und Sport, fünf Sensoren versorgten einen Rechner mit Fahrdaten, der mittels Kompressor die Federbeine mit Luft vollpumpte und sie härter oder weicher werden ließ. Das klingt gut für das Jahr 1987. Wäre das Timing von Mitsubishi etwas glücklicher gewesen, der Sapporo hätte in der Fachpresse und beim Publikum besser abgeschnitten.
Doch so kam ein Jahr nach dem Oberklasse-Versuch der neue Galant auf den Markt, und der konnte vieles überzeugender. Die Japaner hatten dem Sapporo zwar das Fahrwerk des Spitzenmodells der neuen Galant-Serie mit auf den Eroberungszug gegeben.
Die Technik und Optik basierten aber noch auf dem Vorgänger.

Schon nach einem Jahr sieht der große Mitsubishi alt aus
So sah der 37.700,00 DM teure Sapporo schon nach einem Jahr im Verkaufsraum der Mitsubishi Händler reichlich alt aus. Ganz gerecht war das natürlich nicht, denn auch motorisch hatte der Sapporo etwas zu bieten. Der 2,4 Liter Vierzylinder mit Multi-Point-Einspritzung leistete 124 PS. Er hatte einen souveränen Antritt und strebte mit zwei Ausgleichswellen in Richtung Sechszylinder-Laufkultur. Eventuell angesichts dessen präsentierte Mitsubishi Deutschland den Sapporo 1987 in den Print-Medien mit einem Blick auf die Technik unter der Motorhaube.
Vielleicht hätte man für Europa jedoch lieber den 3 Liter V6 in den großen Mitsubishi verpflanzen sollen, so wie es in Nordamerika der Fall war.
Das hätte die angestrebte Akzeptanz und das Prestige erhöhen können.
Manche sagen heute, der Sapporo wäre für die Japaner von Anfang an nur als Übergangsmodell geplant gewesen, um dem 1990 folgenden Mitsubishi Sigma den Weg zu bereiten. Das mag so sein. Die Produktion endete nach nur 42.867 Stück, in Deutschland sollen 2020 weniger als 20 Vertreter dieses Modells noch angemeldet gewesen sein (Link).
Technische Daten Mitsubishi Sapporo 2400 (1987):
Reihenvierzylinder, 2351 cm³, 124 PS, 192 Nm bei 4.000 Umdrehungen/min
Multi-Point-Einspritzung
Querlenker und Federbeine vorn, Verbundlenker und Federbeine hinten
Leergewicht 1280 Kilogramm
Höchstgeschwindigkeit 191 km/h
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Mein Vater hat damals im Januar 1988 von meiner Omi den Mitsubishi Sapporo gekauft bekommen.
Ich habe die KOMPLETTE FAHRZEUGHISTORIE zur inklusive der Bestellungsanforderung beim Händler aus dem Januar 1988 2 Monate vor der eigentlichen Auslieferung und Inbetriebnahme.
Das Fahrzeug ist immer noch in meinem Besitz und wartet auf seine Erweckung aus dem Dornröschenschlaf. Wer hilft?
Habe selber einen Sapporo. Wenn du mal ein paar Gleichgesinnte suchst kannst du mal auf Facebook schauen, da gibt es einige Gruppen rund um alte Mitsubishis oder um den Sapporo.