Anfang der 80er Jahre macht Audi von sich reden. Ab 1982 kann man den neuen Audi 100 (C3) kaufen, der so ganz anders als alle bisherige Audi ist. Die neue Limousine setzt auf Aerodynamik, der Luftwiderstandsbeiwert von 0,30 ist Weltrekord und der 100 wird kontrovers diskutiert.
Der Marke mit den vier Ringen gelingt ein entscheidender Schritt nach vorn, der 100 vereint das Beste und das Schlechteste aus verschiedenen Welten. Der Audi ist eine stattliche Erscheinung und er ist schnell auf der Autobahn – was er in erster Linie seiner ausgefeilten Aerodynamik verdankt.
Die Einstiegsmotorisierung kann daher entsprechend sparsam dosiert ausfallen.

Der Audi 100 (C3) ist die weltweit aerodynamischste Serienlimousine
Tatsächlich geht es beim Audi 100 (C3) bereits bei mageren 75 PS los. Exakt hier beginnt auch meine Audi Zeit, die mich vom C3 zum C4 führt und dann abrupt endet. 75 PS aus 1,8 Litern Hubraum, das klingt erschreckend wenig, ist es aber nicht. Der Audi ist nicht nur Aerodynamik-Weltmeister, er ist auch noch ziemlich leicht.
Die Basislimousine besteht aus gut 1 Tonne Stahl und anderen Werkstoffen, die sich auf 4,80 Meter strecken. Ausgerüstet mit dem optionalen 4+E-Getriebe sind fabelhafte Verbräuche auf der Autobahn möglich, und mit etwas Anlauf fährt der Audi auf der Strecke richtig flott. Wie schnell er wirklich ist, muss jedoch offen bleiben. Die Motoren streuen ihre Leistung nach oben und der Tachometer hat eine psychologisch günstige Voreilung.
Wenn dann bei einem leichten Gefälle Tempo 200 auf dem Tachometer angezeigt wird, dann entspricht das vermutlich realen 180 oder 190 km/h, aber wirklich interessiert das nicht. Die Psychologie zählt und der günstige Verbrauch.
Qualitativ ist der Audi 100 (C3) ein Sprung nach vorne
In der Qualität macht der Audi ebenfalls einen enormen Sprung nach vorn. Verglichen mit dem 100 (C2) liegen zwischen den beiden Generationen Welten, der Hersteller hat massiv in die Fertigung investiert, was sich jetzt bemerkbar macht. Wo es im alten 100 klappert und knistert, ist der Neue ein Muster an Ruhe. Die Materialien sind zwei Klassen besser geworden, Audi ist auf dem Weg nach oben.
Den Anspruch untermauert die Marke mit dem Audi 200 (Link), der als Nobelversion des Audi 100 (C3) das Angebot ergänzt.
Im Innenraum ist Platz ohne Ende, speziell auf den Rücksitzen. Man staunt nicht schlecht beim Umstieg von einem Mercedes oder BMW in den Ingolstädter. Aber die Geschichte hat auch einen bösen Nachteil. Die tolle Aerodynamik wird durch extrem schräg stehende Fensterfläche erkauft, der Audi wird bei Sonneneinstrahlung zur fahrenden Sauna.

Eine Klimaanlage ist zu dieser Zeit ein teurer Luxus, der nicht für alle Geschäftswagen genehmigt wird. Außerdem steht bei jeder Neuwagenbestellung die Frage im Raum, ob man die Klimatisierung oder ein Schiebedach wählt. Beides zu nehmen gilt fast als dekadent, zusätzlich stehen Klimaanlagen im Verdacht, für Erkältungen verantwortlich zu sein.
Der Audi 100 C3 ist Pionier für eine neue Fahrzeuggeneration
Natürlich hat auch mein Audi 100 (C3) nur ein manuelles Schiebedach. Ich bin jung, neu beim Arbeitgeber, da muss man nehmen, was man bekommt. Im Sommer wird es etwas wärmer als gewünscht, im Rückblick würde man ein solches Auto heute als nicht mehr marktfähig bezeichnen.
Es wird auch nach dem Aufstieg in die nächste Leistungsklasse nicht besser. Es folgt ein 90 PS Modell, dann endlich einer der begehrten Fünfzylinder, den es auch mit 115 PS gibt. Auch der hat keine Klimaanlage, dafür ein elektrisches Schiebedach, was es auch nicht besser macht.
Offen gesagt, war das damals fast egal. Der Audi hatte ein tolles Image, er war innovativ, der Aerodynamik-Weltmeister und den anderen einen Schritt voraus. Er ist der Pionier für eine zukünftige Fahrzeuggeneration, und alle anderen Marken nehmen seine Ideen auf.
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