Deutschland befindet sich in der Mitte der 80er Jahre im GTI Fieber. Volkswagen hat mit dem Golf eine komplett neue Leistungsklasse auf die Räder gestellt und die 3 Buchstaben wirken wie Magie. Der Kompakte aus Wolfsburg ist das Original, welches viele Nachahmer in seinem Segment findet. Die müssen nicht unbedingt auf den Namen GTI hören.
Es gibt Abwandlungen wie GSI oder XR3i, aber nichts kommt an das GTI Label heran. Dabei ist der GTI Begriff gar keine Volkswagen Erfindung. Schon Jahre zuvor wurde er für sportliche Fahrzeuge in einer höheren Klasse verwendet. Vermutlich ist es so, dass keiner der zahlreichen Mitbewerber daran dachte, sich diese Bezeichnung umfassend schützen zu lassen.
Auch Citroën mischt ab 1978 mit. Mit dem CX. Den man auf den ersten Blick nicht als Sportler einordnen würde.

Mit dem GTI bringt Citroën die magischen Buchstaben in das CX Cockpit!
Der CX tritt 1974 die Nachfolge der unvergleichlichen DS an. Das Erbe ist schwer, denn wer kann schon eine Legende schlagen? Das Design des CX fällt vielen zu gemäßigt aus, aber die Werte überzeugen. Zwar ist er keine Revolution, sondern die Evolution bestehender Fähigkeiten, jedoch genießt er mit der unvergleichbaren Hydropneumatik nach wie vor eine Sonderstellung am Markt.
Dazu kommen Citroën typische Eigenarten, wie die DIRAVI Lenkung, die sich wie von Geisterhand selbst zurückstellt. Oder die Bediensatelliten und der futuristische, geniale Lupentacho, welche aber von deutschen Motorjournalisten nie verstanden werden.
Der CX wird gut von den Kunden angenommen. Mein DS fahrender Nachbar wechselt umgehend, und er tauscht nur kurze Zeit später den relativ neuen CX schon wieder gegen den 1978 auf den Markt kommenden CX 2400 GTI ein. Der ist komplett anders als die selige DS, er ist sportlich, und das auf eine Art, die man kaum übersehen kann.
Citroën macht auf Sport und überzeugt damit!
Das Lenkrad trägt jetzt die GTI Insignien und eine gelochte Einlage aus Aluminium. Am Heck steht groß GTI, der CX hat einen auffälligen Spoiler und da sämtliche Citroën meines Nachbarn eine weiße Lackierung haben, fallen das Fehlen von Chromzierteilen und die stattdessen verwendeten mattschwarzen Akzente natürlich auf.
Mit dem 130 PS starken CX 2400 GTI gewinnt Citroën gewaltig an Prestige, die Jahre um 1978 herum zählen zu den besten, was die verkauften Neuwagen betrifft. Man hat es in Frankreich überzeugend geschafft, die Hydropneumatik so abzustimmen, dass die komfortbetonte Sänfte sportlich auf der Straße liegt und den Ansprüchen leistungsorientierter Fahrer genügt.

Tatsächlich packt der Hersteller Komfort und Sport in ein Fahrzeug, garniert es mit einer äußerst großzügigen Ausstattung und feiert Erfolge. Dass der CX GTI knapp unter der Marke von 200 km/h bei der Höchstgeschwindigkeit bleibt, verzeihen ihm die Kunden. Es ist das Fahrerlebnis, das zählt, bestehend aus der besonderen Straßenlage und dem Futurismus an Bord.
Citroën spielt in den folgenden Jahren weiter erfolgreich mit der GTI Karte. Die Krönung ist der CX GTI Turbo 2, der auf feine Art anderen Fabrikaten die Blässe ins Gesicht treiben wird. Das geschieht, obwohl Peugeot den CX und die Marke auf Diät setzt und wenig Geld zur Weiterentwicklung genehmigt.
Aber das ist schon wieder eine andere Autogeschichte.
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Später, als Turbo waren es sogar 160 PS. Da ging die Post ab, einfach herrlich!