Citroën baut eigentlich interessante Autos, aber auch den Xsara

Vielleicht stand am Anfang eine Frage. Wie macht man aus einer interessanten Automarke eine langweilige? Bei Citroën ein schwieriges Vorhaben, denn in der Ahnenreihe gab es die DS, den CX und XM, GS und GSA. Aber nichts ist unmöglich, müssen sich die Verantwortlichen des PSA Konzerns in den späten 1990er Jahren gesagt haben.

Vergessen wir, was war, und machen wir etwas ganz Neues mit der Garantie zur Langweile. Und so kam der Citroën Xsara auf den Markt. Der Nachfolger des kantigen ZX, der immerhin so etwas wie Charakter hatte. Eine Eigenschaft, die man dem Xsara nicht unterstellen würde, das war geklärt. Endlich hatte Citroën es geschafft.

Man hatte ein vollkommen beliebiges, langweiliges Auto zum Händler gebracht.

Der Citroën Xsara, ein völlig langweiliges Auto
Der Citroën Xsara, ein vollkommen langweiliges Auto

Citroën baut eigentlich interessante Autos, aber auch den Xsara

Das Echo der Medienvertreter war verheerend, als die Marke 1997 den Xsara vorstellte. Ein gutes Wort fand kaum jemand, von einem neuen Citroën hatte man sich viel mehr erhofft. Dass der Xsara stillistisch nahe am Xantia (Link) war, konnte man erkennen. Auch der galt ebenfalls nicht als aufregend, er war in einigen Eigenschaften zu seriös und deutsch, aber er konnte unter dem Blech überzeugen. Dank der Hydropneumatik fuhr er wie ein echter Citroën und das leicht biedere Design war schnell verziehen.

Aber der Xsara? Was war da noch von Citroën? Eigentlich war er näher am Peugeot 306 als an jedem anderen Citroën, wer Extravaganz, Überraschung oder etwas Markentypisches suchte, wurde enttäuscht. Die eingefleischte Kundschaft wandte sich ab, ein neues Klientel, nach Sonderangeboten schielend, übernahm, und die einzige Besonderheit, die man dem Xsara unterstellen konnte, war die passiv mitlenkende Hinterachse.

Das reicht natürlich nicht für Begeisterung und Citroën wurde in das Segment einer Budgetmarke gepresst, in dem Leasing und Finanzierungsraten und günstige Preise zählen.

Zur Markteinführung 1997 strahlt Claudia Schiffer für die Marke
Zur Markteinführung 1997 strahlt Claudia Schiffer für die Marke

Mit Claudia Schiffer soll der Citroën Xsara strahlen

Um die Markteinführung aufzulockern und um dem grundlangweiligen Produkt etwas Glanz zu verleihen, engagierten die Marketingstrategen Claudia Schiffer. Das deutsche Topmodell mit Weltgeltung passte natürlich so gar nicht zum Citroën Xsara. Die Diskrepanz war damals spürbar und sie ist es noch heute. Damit die nicht unbedingt ausgeprägte Begeisterung der Kundschaft angefacht wurde, gab es ein Gratis-Vertrauenspaket obendrauf.

Das Paket hat ein 14-tägiges Rückgaberecht nach dem Kauf im Falle der Unzufriedenheit. Für ein komplett neues Produkt ein Desaster, von Anfang an. So richtig rund wollte es auch später nicht laufen. Im Crashtest des Jahres 1998 erhielt der Xsara nur 3 von 5 möglichen Sternen. Der Kunstname Xsara selbst sollte übrigens für einen weiblichen Namen mit der Kombination von Luxus und Sahara stehen, erzählte sein Schöpfer Pierre Besis. Und das X sei typisch Citroën, weil es in vielen anderen Produkten ebenfalls verwendet wurde. Aber muss man das verstehen?


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