Vielleicht waren die Erwartungen zu hoch? Vor dem Peugeot 505 war der 504. Eine automobile Größe, eine Legende, die auch Jahrzehnte nach dem Finale der Produktion noch präsent war und die auf dem afrikanischen Kontinent nicht nur ein, sondern viele weitere Leben feierte? Mit dem 505 wollte Peugeot an den großen Erfolg anknüpfen und vermutlich dabei nichts falsch machen.
Es entstand eine bewusst konservativ gezeichnete Limousine, und damit war das erste Missverständnis auf der Welt. Denn der 504 (Link) war zu seiner Zeit innovativ, er setzte Zeichen, und er war kein bisschen konservativ. Doch wenn man in der Sorge ist, etwas falsch zu machen, dann läuft es meist auch so. Immerhin, das Gesicht des 504 mit hohem Wiedererkennungswert, wurde auf den 505 übertragen.
Es wurde etwas geglättet und verjüngt, die Peugeot DNA war auf den ersten Blick zu erkennen. Pininfarina lieferte hier ein stimmiges Meisterwerk ab, aber die Zeiten hatten sich geändert.

Der Peugeot 505 GTI ist die betont unauffällige Oberklasse!
Der 505 passte bei seinem Debüt 1979 gerade noch so in die Zeit. Drei Jahre später zeigte Audi den Typ C3 (Link), der durch die Luft zu gleiten schien, und ab diesem Moment sah der kantige Peugeot hoffnungslos alt aus. An seinen eigentlichen Qualitäten war freilich nicht zu rütteln. Viel Platz im Innenraum, eine ziemlich gute Ausstattung und ein hoher Komfort sprachen für den großen Franzosen.
Das Image des 504, ein Mercedes zu sein, der von der anderen Rheinseite kam, war immer noch präsent, es verblasste aber zusehends. Denn der 505 hatte eine Eigenart, die manche Fahrzeuge auszeichnet. Er war präsent im Straßenbild, wurde aber dennoch nicht gesehen. Er war eines der Autos, die gefällig gezeichnet sind, die jedoch keinen Eindruck und kaum Erinnerungen hinterlassen, außer bei echten Fans.
Als 505 GTI sollte er ab dem Modelljahr 1985 mit etwas sportlichem Glamour das Image heben, und Peugeot spendierte 123 PS, sportliche Attribute und die wohl unvermeidlichen Hinweise an der Karosserie.
Das Urteil der Fachzeitschriften war ausnahmsweise einhellig. Der Peugeot 505 GTI sei ein gutes Auto, das alle möglichen Qualitäten habe. Aber eines sei der große Peugeot sicher nicht. Er sei unter keinen Umständen sportlich.

Der Peugeot 504 GTI sei nur ein angenehmes Gebrauchsauto, sagen die Medien
Tatsächlich sind der Oberen Mittelklasse von Peugeot sportliche Allüren fremd, Komfort und Alltagstauglichkeit standen im Lastenheft, und nur das liefert der 505 GTI. Schlimmer noch: Das Wort vom „angenehmen Gebrauchsauto“ machte die Runde, erfunden von der Auto-Motor-Sport Redaktion.
Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 185 km/h erreichte der 505 GTI keine echten Sportwagenwerte. Wer bei Peugeot mehr wollte, der musste zur Turbo Version mit 155 PS greifen.
Zur Ehrenrettung der Modellplaner: Der GTI kam bei den Menschen, die sich einen 505 kaufen wollten, hervorragend an und rangierte auf der Beliebtheitsskala immer an erster Stelle.
Dennoch: Der Peugeot 505 blieb für seinen Hersteller eine Enttäuschung, die trotz aller Qualitäten nie die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen konnte. In 13 Jahren konnten nur rund 1,3 Millionen Exemplare verkauft werden, etwas mehr als ein Drittel des ikonischen Vorgängers mit der Ziffer 504. Dass der 505 keinen direkten Nachfolger bekam, dass er der letzte Heckantrieb Beitrag des Herstellers in dieser Klasse war, spricht für die Krise, die der Misserfolg beim PSA Konzern ausgelöst haben muss.
An die 504 Erfolge konnte die Marke bis heute nicht anknüpfen. Erfolg zu reproduzieren scheint eine schwierige Angelegenheit zu sein.
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Mein Vater hatte einen Kombi, riesengroß, mit drei Sitzreihen. Leider als Diesel, aber praktisch, zuverlässig (rostig) und für jeden Umzug geeignet. Ich habe den 505 in guter Erinnerung!
Peugeot lieferte das, was man als Understatement bezeichnete. Aber das Image war damals schon nicht stark genug, etliche 504 Fahrer wanderten zu Mercedes und BMW weiter und dann war da auch das Talbot Desaster, was dem ganzen PSA Konzern nicht guttat.