Wenn ein Autotest mit den Worten endet, dass man hier keine besondere Aufregung zu erwarten hat, kann das gut oder schlecht sein. Im Fall des Peugeot 305, den Paul Frère 1979 testet, ist es ein gutes Zeichen. Peugeot hat auch nicht vor, einen Aufreger in die Welt zu setzen. Im Gegenteil.
Hier geht es um einen soliden Beitrag für die Mittelklasse, und diesen Auftrag erfüllt der 305 komplett. Heute ist er ein Auto, das jenseits eines überschaubaren Freundeskreises komplett vergessen ist. Solide ist nicht immer ausreichend, und keineswegs aufregend zu sein, führt zu einem geringen Erinnerungswert.

Der Peugeot 305 ist nicht besonders aufregend, aber erfolgreich
Schlichter als der Peugeot 305 kann eine Limousine kaum gezeichnet sein, und vielleicht ist es so, dass die wahren Werte im Innern liegen. Der Autotester Paul Frère bescheinigt (Link) dem 305 eine gute Ausstattung, ein sicheres Fahrverhalten und einen gewissen Komfortanspruch, wie er bei Autos aus Frankreich in diesen Jahren erwartet werden darf.
Allerdings hält er ihn mit 940 Kilogramm auch für ziemlich schwer. Da ist es fast beruhigend, dass Frère das aufziehende Zeitalter der schwergewichtigen Elektroautos nicht mehr erleben musste.
Als Extravaganz zu melden, gibt es nur Kleinigkeiten. Der Hebel für den Scheibenwischer liegt auf der für die Deutschen falschen Seite. Das Zündschloss befindet sich links, das missfällt.
Aber ist das tatsächlich ein Nachteil und hat man das je bei einem Porsche infrage gestellt?
Sonst ist der 305, der noch auf dem Vorgänger 304 basiert, Durchschnitt im guten Sinn. Die Heizung allerdings ist in ihrer Bedienung und Funktion zu primitiv. Entweder schwitzt man oder friert, der Volkswagen Käfer schaut hier grinsend um die Ecke, bemängelt der Test. Aber der Käfer ist eine viel ältere und dazu luftgekühlte Konstruktion.

Beim Wassertest versagt der Peugeot, und steht damit nicht alleine
In der Bewertung 1979 fährt Paul Frère den Peugeot abschließend durch den Wassertest. Das Stahlschiebedach ist undicht und bei der Wasserdurchfahrt stirbt dann der Motor ab. Die Mittelklasselimousine steht im Wasserbecken. Zu dieser Zeit ist das kein besonderes Problem, es geschieht bei anderen Marken auch. Allerdings wirft es ein Bild auf die lieblose Verarbeitung und auf Herausforderungen, die mit ein wenig Engagement lösbar wären.
Selbst Mutter Peugeot fällt 1978 nicht besonders viel zu der Mittelklasse Limousine ein. Entdecken Sie selbst – ist die Aufforderung, mit welcher die Printwerbung dem möglichen Kunden den Ball zuspielt.
Der kann ihn aufnehmen und zum Händler eilen, nachdem er die winzige Schrift am Schnittmodell entziffert hat.
Aber man soll sich von der Durchschnittlichkeit nicht täuschen lassen. Der 305 war viele Jahre das erfolgreichste Modell von Peugeot, er bevölkerte auch deutsche Straßen, nur leider hat man ihn vergessen. Vielleicht, weil er so unauffällig und nicht aufregend war.
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