Es war die Zeit, als Autowerbung noch auf Argumente und Sachlichkeit setzte. Darin schwerlich zu übertreffen dürfte die CX Werbung von Citroën aus dem Jahr 1978 gewesen sein. 15 kleine, schwarz-weiße Fotos, Preise und klein gedruckter Text sind in der Lage, eine komplette Seite zu füllen. Das war zu 100 % sachlich.
Würde heute jemand diese Anzeige lesen? Vermutlich ja, weil sie extrem aus dem Rahmen fallen würde. Wie war es damals bei ihrem Erscheinen? Nahm sich jemand die Zeit dafür, sie zu lesen? Wir wissen es nicht, interessant ist die Anzeige von Citroën Deutschland dennoch.
Sie bringt sämtliche Stärken des CX auf den Punkt. In komprimierter und neu interpretierter Form.

Citroën CX Programm 1978, fünfzehn Richtige
Mit vier Motoren, zwei Karosserieformen und vier Ausstattungsversionen kam Citroën auf insgesamt 15 Modellversionen. Die Preise begannen 1979 bei 18.120 DM für den CX 2000 Confort und erst bei 29.220 DM war der Gipfel erreicht. Dann jedoch war man bereits stolzer Besitzer eines CX 2400 Prestige. Mehr Citroën ging damals nicht.
Zum direkten Vergleich, damit man erkennt, in welchen Sphären die Doppelwinkel-Marke damals unterwegs war. Einen Opel Rekord, vergleichbar motorisiert wie der CX 2000 Confort, gab es ab rund 15.500 DM, einen Mercedes 280, mit Sechszylinder, für etwas mehr als 28.000 DM. Der CX war also alles Mögliche, aber er war kein Sonderangebot aus Frankreich, wie man heute vermuten könnte.
Wie argumentierten die Franzosen die hohen Preise?
Abgesehen davon, dass ein CX natürlich jede DM wert war, wurde die Hydropneumatik für den Werbetexter 1979 plötzlich zum Sicherheitssystem. Kein Wort mehr über das hydropneumatische Schweben, stattdessen Fahrsicherheit auf allen Straßen und bei allen Verkehrssituationen. Ein überraschender Ansatz, aber ein korrekter.

Die Bedienbarkeit, die in deutschen Fachzeitschriften so lange bemängelt wurde, bis es der Letzte begriffen hatte, mutiert zur Bedienung mit der Fingerspitze. Nur als Erinnerung: Citroën hatte damals im CX noch den Lupentacho und die ikonischen Satelliten installiert, die bedauerliche Entschärfung des Cockpits fand erst mit der zweiten Serie statt.
Und als ein ehemaliger CX-Fahrer kann ich die Fingerspitzen-Theorie bestätigen. Nach einer kurzen Phase der Eingewöhnung ist die Bedienbarkeit bestens.
Im Kleingedruckten bringt es Citroën dann noch fertig, die Grundausstattung des CX aufzuzählen. Diese ist für das Jahr 78 tatsächlich beeindruckend komplett, alleine schon das Verbundglas an der Frontscheibe und H4 Abblendlicht sind Dinge, welche man nicht überall in Serie bekommt.
Natürlich bleibt dann noch das übrig, was wirklich bemerkenswert am großen Citroën ist. Die Hydropneumatik und das Schweben einmal außen vor gelassen, ist es die Form, welche ihn besonders werden lässt. Den Gesetzen des Windkanals folgend, wie der Hersteller schreibt, sehen die Mitbewerber in dieser Beziehung eindeutig alt aus.
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