Es seien viele Gründe, sagte Nissan Deutschland auf die rhetorische Frage. Der wichtigste sei die Ölkrise, womit wir zurück im Jahr 1973 wären. Der Schock, dass Öl endlich und teuer sein könnte, saß tief in der Gesellschaft. Er hatte den Glauben an einen permanenten Aufschwung und die Idee, dass alles nur noch besser werden würde, frontal getroffen.
Es gab Fahrverbote, Treibstoff wurde rationiert, Reisende konnten Tankgutscheine für einige europäische Länder kaufen. Der Autohandel stöhnte unter der eingebrochenen Nachfrage, Autos mit großem Hubraum standen unverkäuflich in den Läden. Jeder Hersteller versuchte auf eigene Faust, einen Ausweg zu finden.
Manche veranstalteten in tiefer Verzweiflung Gewinnspiele, um Kunden zu locken. Andere, wie Nissan Motors, gingen es rationaler an und warben mit einem niedrigen Verbrauch.

Was spricht eigentlich dafür, einen Datsun zu fahren?
Datsun war damals in Deutschland die Automarke von Nissan, in den folgenden Jahren wurde der Name allmählich in den USA und Europa durch Nissan ersetzt (Link). Aber noch war es nicht so weit, der Datsun 1200, aus dem später der bekannte Nissan Sunny wurde, und der größere Datsun 180 B, ab 1977 als Nissan Laurel bekannt, warteten auf Kunden.
Nissan Motor Deutschland warb mit einem niedrigen Verbrauch, der beim 54 PS 1200 6,8 Liter und beim 88 PS 180 B nur 8,2 Liter auf 100 Kilometer betragen sollte. Besonders wichtig war, beide Datsun fuhren mit Normalbenzin und nicht mit teurem Super-Kraftstoff.
Hier sahen die Japaner ein Argument, ihre Autos zu kaufen, die zu dem Zeitpunkt noch stark auf den US-Markt zugeschnitten waren. Nicht nur die Optik, mit Chromstoßstangen, erinnerte an einen auf europäisches Maß geschrumpften Straßenkreuzer. Auch das Fahrverhalten sprach eine klare Sprache.
Die Straßenlage war, aus heutiger Sicht, eine Katastrophe. Die Lenkung konnte man unpräzise nennen, und eindeutig war: Ein Datsun war auf dem amerikanischen Highway lieber unterwegs als auf einer bundesdeutschen Autobahn.

Nissan gibt Datsun eine lange Garantie mit auf den Weg
Selbst das Interieur und seine Bedienung entsprachen amerikanischen Vorstellungen mehr als denen europäischer Kunden. Wer Ergonomie suchte, war hier fehl am Platz, Schalter und Funktionen waren willkürlich verteilt. Doch man lernte schnell, sich den Europäern anzupassen.
Ein gewichtiges Argument für die damalige Zeit war auf jeden Fall die hohe Zuverlässigkeit. Die Technik war hausbacken und sicher nicht aufregend, aber entsprechend frei von Problemen. Gönnte man einem Datsun eine rudimentäre Pflege, dann fuhr er so lange, bis der Rost die Karosserie zerlegt hatte. Denn hier war ein weiteres Problem, mit dem Datsun und Nissan nicht alleine waren.
Immerhin – die Garantie auf einen neuen Datsun währte doppelt so lange wie die bei europäischen Marken. 1 Jahr, oder 20.000 Kilometer, das klang verwegen optimistisch und brachte den japanischen Marken den Erfolg auf dem deutschen Markt.
Entdecke mehr von carstories
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

