Ein Auto, das vermutlich keiner mehr kennt: Der Datsun Violet!

Streng genommen ist er eine wahre Rallye Ikone. Der Datsun Violet ist besonders erfolgreich im Motorsport. Er gewinnt die legendäre East Africa Safari Rallye, und das in Folge. Von 1979 bis 1982 dominiert er seine Leistungsklasse, gegen Mitbewerber, die renommierte europäische Marken auf die Strecke schicken. Jedoch: Unvergessen sind die historischen Einsätze von Saab und Volvo, die Fans feiern sie heute noch.

Aber erinnert sich noch jemand an den Datsun Violet?

Der Violet ist der Nachfolger von Datsun 140 und 160, und tatsächlich ist er nur eine Namensumbenennung der Marketingstrategen. Er basiert ursprünglich auf dem Bluebird, erhält dann in der zweiten Generation eine eigene technische Basis, die moderner ist. 1978 erscheint er in Deutschland als Datsun 160J auf dem Markt, wenig später wird er in Datsun Violet umbenannt und schon 1980 erfolgt das erste Facelift.

Datsun Violet (1980)
Datsun Violet (1980)

Ein Auto, das vermutlich keiner mehr kennt: Der Datsun Violet!

Die für den europäischen Geschmack ausbleibende Modellkonstanz macht dem deutschen Kunden schwer zu schaffen. Sie mochten es damals nicht, wenn sich schlagartig Namen änderten oder wenn es nach einer kurzen Modelllaufzeit bereits die erste, deutliche Überarbeitung gab.

Modellkonstanz, am liebsten so, wie sie beim Daimler gepflegt wurde, stand für Qualität und Werterhalt.

Lange Modelllaufzeiten waren die Regel, der Wiederverkauf war ein wichtiges Thema, und dann war es tödlich, wenn eine Überarbeitung so deutlich ausfiel, dass der Vorgänger alt aussah.

Bei den japanischen Anbietern war alles anders. Der Datsun 160J wurde nach kurzer Zeit, wann ist nicht exakt feststellbar, als Violet beworben. Zwei Jahre nach der Präsentation änderte Datsun die Front, die Scheinwerfer wurden rechteckig, und 1981 endete die Violet Episode auf dem deutschen Markt bereits.

Für diese Jahre war das Vorgehen von Datsun äußerst hektisch.

Der Datsun Violet muss nur alle 20.000 Kilometer zur Inspektion

Die Mittelklasselimousine kann nicht besonders erfolgreich gewesen sein, denn heute ist sie vergessen. Keiner kennt den Datsun Violet mehr, der trotz der Namensänderung und der optischen Überarbeitung immer solide und zuverlässige Technik unter dem Blech trug. Der 1,6 Liter Motor mit 83 PS war wenig aufregend, die serienmäßige 5-Gang-Schaltung musste beim Mitbewerb extra bezahlt werden.

Die Wartungsintervalle von 20.000 Kilometern waren sehr großzügig, und ließen manchen Interessenten nachdenklich werden. Denn die deutschen Autos, angeblich mit besserer Technik ausgestattet, mussten viel öfter als der Datsun zum Service.

Werbung für den Datsun Violet (1980)
Werbung für den Datsun Violet (1980)

Halogen Hauptscheinwerfer, eine Verbundglas Frontscheibe gab es auch nicht überall umsonst. Und getönte Scheiben ringsum, das galt in den 80er Jahren schon als echter Luxus. Dass der Tankdeckel und der Kofferraum vom Innenraum aus geöffnet werden konnten, war ebenfalls außergewöhnlich und eine Idee, die primär der Markt in Nordamerika einforderte.

Das Image des Rallye Siegs soll dem Datsun helfen

Dies waren auch die Stärken, mit denen Autos wie der Datsun punkten konnten. Wer beim örtlichen Datsun- oder Nissan-Händler unterschrieb, der schätzte die geringen Unterhaltskosten, die umfangreiche Ausstattung und den günstigen Einstiegspreis.

Eines aber traf auf den Violet sicher nicht zu. Die Printwerbung aus dem Jahr 1980 suggeriert Sportlichkeit, der erste Sieg der East Africa Safari Rallye wurde gefeiert. Aber das passte zu der Limousine, so wie sie im Verkaufsraum stand, überhaupt nicht. Sie war zuverlässig, solide, sicher auch etwas bieder und ganz sicher kein Rallye Auto.


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