Der Opel Manta GT/E vermittelt einen Hauch von Sportlichkeit

Natürlich sieht Opel den Manta B als einen Sportwagen, als er 1975 vorgestellt wird. Die Werbung suggeriert sogar Grand Prix Fähigkeiten in der Formel 1, doch sie wird schnell wieder eingestellt. Mögliche Kunden erkennen die Lächerlichkeit der Vergleiche und protestieren. Denn der Manta basiert auf dem Ascona, einer soliden Limousine.

Tatsächlich ist die Motorenplatte, die ab 55 PS aufwärts startet, ebenfalls wohlwollend als solide zu nennen. Aber sie steht, bis auf die GT/E Version, nicht unter dem Verdacht, Sportlichkeit abzuliefern. Erste Tests fallen dennoch positiv aus. Die Autopresse beurteilt den Opel Manta mit einer Prise Realität.

„Wer günstige Preise sucht, der muss mit der Technik der Großserie zufrieden sein“, lautet das Resümee.

Opel Manta GT/E (1979)
Opel Manta GT/E (1979)

Der Opel Manta GT/E vermittelt einen Hauch von Sportlichkeit

Der Manta fährt sich nicht viel anders als der Ascona, was man als gut oder auch schlecht bewerten kann. Das Sportcoupé der Rüsselsheimer hat ein gutmütiges Fahrverhalten, es ist solide verarbeitet. Böse Überraschungen bleiben aus, die Lenkung wird allerdings für sportliche Ambitionen als zu wenig präzise beschrieben. Dass die Form, deren amerikanischer Einfluss nicht zu verleugnen ist, sehr viel mehr Erwartungen weckt, ist eine akzeptierte Geschichte.

Die Motoren liefern eigentlich zu wenig Leistung, sogar die zweitstärkste 90 PS Version wird in einem Test 1975 weit weg von Fahrspaß eingeordnet, aber Opel hat zeitweise mit der SR Version ein Gegenmittel im Regal. Die Drehfreudigkeit wird ebenfalls vermisst, die Vergaser-Maschinen entsprechen nicht dem letzten Stand der Technik, doch die GT/E Version ist der leuchtende Blitz am Horizont.

Der Antrieb mit elektronischer Einspritzung liefert 105 PS (später 110 PS) und die Lust auf Drehzahl, welche die sportliche Erscheinung des Manta vermittelt. So ist es keine Überraschung, dass 1979, im Jahr der hier gezeigten Werbung, schon jeder 6. Opel Kunde seine Unterschrift aus gutem Grund beim recht teuren GT/E macht.

Schöne Fahrzeuge, kaum Text. Opel Manta Werbung (1979)
Schöne Fahrzeuge, kaum Text. Opel Manta Werbung (1979)

Wer ist besser, der Opel Manta oder der Ford Capri, das ewige Duell!

Was jedoch damals viel wichtiger als das Urteil der Tester über die Sportlichkeit ist, das sind die Fakten. Der Opel Manta GT/E kann mit seinem Rivalen, dem Ford Capri, mithalten und übertrifft ihn zeitweise sogar bei den Fahrleistungen. Das ewige Duell zwischen beiden Marken läuft, solange es Manta und Capri gibt.

Teils mit lustigen Auswüchsen, wenn etwa ein Pferd (das Symbol des Ford Capri) in der Manta Werbeanzeige auftaucht.

Vergleichende Werbung ist eigentlich verboten, doch es wird kein Name genannt und jeder kann dennoch die Botschaft lesen. Denn Ford Capri Fahrer sind auch immer ein wenig Ford Mustang Fans. Sie schrauben oder kleben den Hengst an ihr Auto und fühlen sich ähnlich sportlich unterwegs wie die Kollegen aus Rüsselsheim, selbst wenn nur 55 PS unter der Haube warten.

Was immer ein wenig untergeht, das ist die Tatsache, dass Opel mit dem Manta CC eine unheimlich elegante Fließheck-Version seit dem Herbst 1978 im Programm hat. Sie ist der schönere und flexiblere Manta, wird aber nie das Coupé mit Kofferraum in der Beliebtheit überholen.

Woran lag es? Vielleicht an den 450 DM als Aufpreis, die Opel für den Manta CC forderte.


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