Der Chrysler-Simca 1308 Swing hat Pep und soll den Absatz beleben

Im Jahr 1978 steigt der PSA Konzern bei Chrysler-Simca ein, und nun wird alles anders. Allmählich wird der Name Simca getilgt, jener unbequeme Rivale, der den Verantwortlichen bei Peugeot immer wieder in die Quere kam. Dafür holt man das alte Talbot Markenzeichen aus der Aservatenkammer und spielt so Kunden und der Händlerschaft vor, dass die Marke unter einem anderen Namen eine Zukunft haben könnte.

Die Umstellung wird schrittweise geschehen und der Chrysler-Simca 1308 darf in der Zwischenzeit als Sondermodell Swing die Käufer beglücken. Die limitierte Edition gibt es exklusiv für Deutschland und die Beneluxländer. Denn der Absatz geht im dramatischen Umfang zurück und die Unsicherheit durch die Übernahme ist groß.

Mit dem attraktiven Chrysler-Simca 1308 Swing, der in strahlendem Orange Aunis beworben wird, soll die Kauflust zurückkommen.

Sondermodell, der Chrysler-Simca 1308 Swing
Sondermodell, der Chrysler-Simca 1308 Swing

Der Chrysler-Simca 1308 Swing hat Pep und soll den Absatz beleben

Tatsächlich ist es so, dass die 1307/1308/1309 Modelle von Simca kurz vor der Ablösung stehen. Der Doppelname Chrysler-Simca hat ausgedient, der Simca Name ebenso, und nichts soll mehr an die einst viertgrößte Automarke Frankreichs erinnern. Im Frühjahr 1979 rollt der Swing in die Verkaufsräume, im Sommer wird alles bereits Geschichte sein und aus der Simca Mittelklasse werden dann der Talbot 1510 und Solara.

Der Chrysler-Simca 1308 Swing basiert auf der GLS Variante. Er trägt im Unterschied zum 1307 einen größeren Motor mit 1.442 ccm und 75 PS. Der Hersteller spendiert ihm die damals wahnsinnig angesagten schwarzen Dekorstreifen und schwarze Stofffänger zuzüglich getönter Scheiben. Alles steht beim 1308 Swing im Zeichen der Sportlichkeit. Mit den dunklen Stoßfängern umgeht man außerdem das Problem der ebenfalls verfügbaren hellen Version (Link), die bereits ab Werk ausgeblichen und von der Sonne maltrtiert erscheint.

Natürlich bleibt der 1308 trotzdem das, was er schon immer war. Ein vielseitiges Auto mit einer großen Heckklappe und enormer Variabilität. Ein preiswertes Familienauto, in dem manche eine gewisse Ähnlichkeit zum deutschen VW Passat sehen. Dazu ist der Chrysler-Simca gleichzeitig eine Konstruktion, die fast komplett auf der Höhe der Zeit fährt. Der Motor ist quer eingebaut, er hat Frontantrieb und Einzelradaufhängung.

Chrysler-Simca 1308 Swing für Deutschland und Benelux (1979)
Chrysler-Simca 1308 Swing für Deutschland und Benelux (1979)

Der Absatz der Chrysler-Simca Mittelklasse halbiert sich in kürzester Zeit

Allerdings bekommt der Marke die Übernahme durch den PSA Rivalen ziemlich schlecht. Die Produktion von 1307/1308/1309 sinkt von 258.195 Fahrzeugen im Jahr vor dem Verkauf auf nur noch 112.996 im Jahr 1979. Damit hat sich der Absatz mehr als halbiert, an den Fahrzeugen kann es kaum gelegen haben. Es ist ein geändertes Käuferverhalten, und vielleicht war es damals so, dass derjenige, der einen Simca kaufte, sich nie einen Peugeot hätte kaufen wollen.

Das ist die eine Seite der Theorie, die andere, die auch plausibel erscheint, liest sich etwas freundlicher. 1978 führte Chrysler-Simca den Horizon ein (Link), der das Zeug zum Champion in seiner Klasse hatte. Er könnte dem größeren Modell Käufer gestohlen haben und mitverantwortlich für den enormen Rückgang der Produktion gewesen sein.

Wie auch immer, die Rivalität zwischen den Marken bestand immer. Das Käufervotum erscheint rückblickend wie die Ankündigung des Desasters, das wenig später unter dem Markennamen Talbot geschehen sollte. Aber noch schien es so, als ob sich nur der Name an den Werkstätten ändern würde. Hinter den Kulissen wurde an neuen Modellen gearbeitet, die es jedoch weder als Talbot noch als Simca auf die große Bühne schaffen würden.


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StF
StF
1 Jahr zuvor

Nur nicht den Tagora vergessen. Der kam 1980 als Talbot noch auf den Markt, ob es darüber hinaus Gründe gibt, ihn im Gedächtnis zu behalten, darüber kann man natürlich diskutieren …

StF
StF
8 Monate zuvor

Und es war natürlich der Arizona, der als Peugeot mit der komischen Nummer ein ziemlicher Verkaufserfolg wurde.
Eigentlich ein Talbot, der aber nach einer Peugeot-Studie gestaltet wurde und dann auch als Peugeot auf den Markt kam. Hätte er sich mit dem T statt dem Löwen auf dem Grill genauso gut verkauft?

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