Simca 1200 S Coupé, der französische Porsche

Deckt man den Markennamen und das Logo ab, würde man bei dem Simca 1200 S Coupé ins Rätseln kommen. Steht hier ein kleiner italienischer Sportwagen? Aus welchem Land und von welchem Hersteller stammt dieses Coupé? In den späten 60er Jahren war die Zuordnung klar. Das Simca Coupé galt als der markanteste Sportwagen aus Frankreich überhaupt.

Eine Verwechslung war unmöglich.

Viele sahen in ihm den französischen Porsche, was nicht von ungefähr kam. Die typische Porsche Bauart, den Motor hinten, hatte auch der Simca. Allerdings war im Heck kein Boxermotor zu finden. Hier verrichtete ein 1,2 Liter großer Reihenvierzylinder seinen Dienst. Der leistete immerhin 80 PS, was schon wieder ein Porsche-naher Wert war.

Das Simca 1200 S Coupé könnte für einen italienischen Sportwagen gehalten werden
Das Simca 1200 S Coupé könnte für einen italienischen Sportwagen gehalten werden

Simca 1200 S Coupé, der französische Porsche

Denn damit war das formschöne Coupé aus Frankreich für spektakuläre 180 km/h Höchstgeschwindigkeit ausreichend und auch sonst konnten sich seine Werte sehen lassen. Scheibenbremsen fanden sich an allen Rädern, Simca hatte außerdem recht früh das vom Saab 96 V4 (Link) 1963 initiierte Zweikreis Bremssystem eingeführt. Auch die Verbundglasfrontscheibe war alles andere als selbstverständlich, andere Marken verlangten hierfür einen Aufpreis.

Die Simca Ingenieure sorgten für eine sportwagenmäßige Gewichtsverteilung. Die Kühlsysteme fanden vorn ihren Platz, ebenso das Ersatzrad, und einen wirklich gut nutzbaren Kofferraum konnte das 1200 S Coupé nicht bieten. Doch wer fragt schon danach, wenn der die Chance hat, in einem reinrassigen Sportcoupé durch Frankreich zu fahren?

Attraktive Simca Werbung im Jahr 1969
Attraktive Simca Werbung im Jahr 1969

Das Design der Karosserie hatte Bertone geliefert, die technische Basis kam vom ebenfalls heckgetriebenen Simca 1000 (Link), einem Dauerbrenner im Angebot der Marke. Von 1967 bis 1971 hatten die Kunden die Möglichkeit, diesen Sportwagen zu kaufen, der trotz seiner Attraktivität kein kommerzieller Erfolg wurde. Nur 14 741 Exemplare wurden hergestellt, überlebt haben sehr wenige. Damit ist der Simca in der Theorie für Sammler interessant. Aber bei nicht mehr existierenden Marken ist die Traditionspflege und das Nicht-Vergessenwerden immer ein heikler Punkt.

1969 wirbt der Hersteller für sein Coupé in Deutschland mit einer farbigen Anzeige. Zwei Jahre zuvor war die Aufmachung noch schwarz/weiß (Link) und auch sonst hat sich viel in der Darstellung geändert. Statt viel Text und Erklärungen reichen den Werbetreibenden jetzt nur wenige Fakten. Alleine die Frontaufnahme sendet eine unmissverständliche Botschaft und sorgt für die Attraktivität der Anzeige.

Findet man heute ein 1200 S Coupé, dann ist dieses meist schon mindestens einmal restauriert worden. Exemplare im originalen Zustand sind die Ausnahme und so gut wie nicht mehr existent.


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