Der Erfolg des Simca 1000 hat viele Faktoren!

Ob man sich in Italien ärgert? 1971 ist der Simca 1000 seit 10 Jahren auf dem Markt, und er gilt immer noch als modern. Seine Konstruktion wurde einst vom Fiat-Management verworfen, nach Frankreich weitergegeben, und dort wurde die Kleinwagenlimousine zum Erfolgstyp. Vergleicht man ihn mit dem überarbeiteten VW Käfer (Link), dessen Autobahnhöchstgeschwindigkeit von 130 km/h in Deutschland gefeiert wird, werden die Unterschiede klar.

Der Simca läuft 147 km/h und zeigt dem Heckmotor-Käfer ein ebenfalls über einen Heckmotor verfügendes Heck. Natürlich darf man nicht zu ketzerisch sein. Ein Simca 1000 ist nicht wirklich mit dem Käfer zu vergleichen. Was die Verarbeitung betrifft, gibt es durchaus Unterschiede zugunsten des deutschen Fabrikats, auch was die Blechstärken angeht. Nicht aber was den Rostschutz betrifft.

Der Käfer rostet einfach langsamer, da die Korrosion mit den dickeren Blechen länger zu tun hat.

Der Simca 1000 auf Urlaubsreise (1971)
Der Simca 1000 auf Urlaubsreise (1971)

Der Erfolg des Simca 1000 hat viele Faktoren!

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg ist der Motorsport-Einsatz des Herstellers. Der Simca 1000 Rallye 1 dominierte die Gruppe 1 der Rallyewagen nach Belieben, was natürlich einen enormen Bekanntheitsgrad nach sich zieht. Auch ganz normale Kunden können sich den Traum vom Simca-Rallye verwirklichen, die Klasse gilt als nahe an der Serie, und ein Rallye 1 mit 60 PS bringt tatsächlich nur 7 PS mehr als ein ganz regulärer 1000.

Allerdings sieht der Rallye 1 stark aus, er trägt den mattschwarzen Kofferraumdeckel und zwei Streifen am Heck sowie spezielle Felgen, und er ist mit Orange, Gelb und Weiß in auffälligen Farben lieferbar.

Neben den Rallye-Erfolgen, die ihren Grund auch darin haben, dass Simca zeitweise als einziger Hersteller das entsprechende Fahrzeug homologieren kann, ist es auch das dichte Werkstätten-Netz, das für den Anbieter spricht. Mit fast 7.000 Betrieben in Westeuropa ziehen die Franzosen ein dichtes Netz über den Kontinent.

Es gibt nicht in jedem Ort eine Bahnstation, aber sehr wahrscheinlich einen Simca-Service-Stützpunkt, behauptet die Werbung im Jahr 1971.

Simca Servicestationen findet man überall in Europa (1971)
Simca Servicestationen findet man überall in Europa (1971)

Ob das zutrifft oder nicht: Man findet in jedem kleineren Ort eine Werkstatt. In der Regel sind es Familienbetriebe, die zwar nur eine überschaubare Anzahl von Neuwagen im Jahr verkaufen, die jedoch loyale Kunden haben.

Nur so ist es auch zu erklären, dass das Namenschaos den Verkäufen zeitweise nichts anhaben kann. Ob die Marke nun Simca oder Chrysler-Simca genannt werden möchte, die Werkstatt vor Ort und ihre Mitarbeiter bleiben die Vertrauten, und das zählt in dieser Zeit mehr als heute. Der Hersteller pflegt sein Produkt auch in den Folgejahren weiter. 1972 findet der Kunde erstmals ein Automatikgetriebe in der Preisliste, ein nicht alltägliches Ausstattungsmerkmal in dieser Fahrzeugklasse.

Der Reiz des Kleinwagens mit Heckmotor ist bis heute nicht ganz verflogen. In Deutschland hält die Heckmotor IG (Link) die Erinnerung wach, europaweit ist das Vermächtnis über Landesgrenzen hinaus organisiert.


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