In Deutschland ist Volvo zu Beginn der 1970er Jahre ziemlich erfolgreich unterwegs. Die Deutsche Volvo GmbH im hessischen Dietzenbach hat zwei Claims für sich abgesteckt. Sicherheit aus Schwedenstahl ist der Werbeslogan, der wie kein Zweiter in Zukunft mit Autos aus Schweden in Verbindung gebracht werden wird.
Selbst dann, wenn sie nicht von Volvo, sondern von Saab (Link) sein sollten.
Der zweite Claim ist die Qualität, welche die Marke aus Göteborg liefert. Und eigentlich reserviert Volvo zusätzlich noch das Skandinavien-Image, die Gegend der langen und harten Winter, für die Marke. So gesehen bleibt für Saab, den kleineren Rivalen, nur wenig übrig.

Ein Volvo garantiert für Sicherheit aus Schwedenstahl
In der Realität unterscheidet sich ein Volvo tatsächlich von allen anderen Autos, die jenseits von Schweden hergestellt werden. Die Bleche sind dicker, die Türen fallen mindestens ebenso satt ins Schloss wie bei einem Benz, und die Einrichtung verbreitet ein seriös-nüchternes und doch heimeliges Schwedengefühl.
Das, was subjektiv den Unterschied zu machen scheint, untermauert Volvo im Januar 1971 durch eine Anzeige in den deutschen Medien.
Während der Winter in diesen Jahren Streusalz intensiv ist und bei vielen Automarken mit mangelhaftem Rostschutz für wenig erfreuliche Konsequenzen sorgt, kann der Volvo-Fahrer unbesorgt bleiben. Volvo sagt, dass der Schwedenstahl 2-mal grundiert und 3-mal lackiert wird und dass viele Teile zusätzlich feuerverzinkt sind.
Außerdem, das wird nicht erwähnt, gibt Volvo jedem Fahrzeug eine großzügige Bitumenschicht am Unterboden mit auf den Weg
Dass der Schwedenstahl dennoch rostet, nur eben weniger freudig als bei anderen Marken, erzählt Volvo natürlich ebenfalls nicht.

Denn auch sonst ist man mit einem Volvo auf der sicheren Seite. Stoßstangen, Radkappen und Zierleisten sind aus Nirosta, kein Chrom also, der mit der Zeit altern, beschädigt werden und rosten kann. Zusätzlich haben die Autobatterien im Volvo größere Kapazitäten, die Anlasser sind stärker als bei anderen Marken.
In Göteborg ist man geradezu vorbildlich auf Qualität und Praxisnähe bedacht.
Zum Schluss spielen die Werbetexter die skandinavische Karte aus. Die skandinavienbewährte Frischluftheizung ist ein Joker für alle Deutschen, die in ihrem VW Käfer frieren oder schwitzen gelernt haben und jetzt feststellen, dass es auch anders geht.
Beeindruckend ist es ebenfalls. Denn die Winter hoch im Norden sind damals wirklich hart, und ein Auto aus dieser Region muss einfach gut sein.
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