Volvo hat den Sicherheitsgurt nicht erfunden, gehörte aber bei der Einführung zu den Pionieren. Ab 1959 hatte jeder neue Volvo ab Werk einen Dreipunktgurt, zuvor verwendete man in Göteborg Sicherheitsgurte nach dem System Vattenfall (Link). Die Akzeptanz des Gurtes blieb jedoch lange Zeit in breiten Teilen der Bevölkerung mangelhaft, auch hierzulande.
Es gab mehr Argumente im Volk gegen als für den Gurt und nicht wenige sahen mit seiner Nutzung die persönliche Freiheit gefährdet. Für Volvo blieb über Jahre die Aufgabe, Aufklärungsarbeit leisten zu müssen. Selbst noch 1970, 11 Jahre nach der serienmäßigen Einführung, war fundamentale Aufklärung vonnöten.
Die kam mit einer provokanten These.

Ein Volvo 144 für Feiglinge, Sicherheit aus Schwedenstahl
Volvo hatte damals den 144 und 142 als Verkaufsschlager im Programm, er war das Inbild der Schwedenlimousine. Die klare, einfache Form, so wie Kinder ein Auto zeichnen würden, hatte einen hohen Wiedererkennungswert. Viel Raum für Familien und Gepäck und große Fensterflächen sowie ein puristisches Innenraumdesign machten den Volvo beliebt.
Unter dem Blech verbarg sich durchdachte Sicherheitstechnik, der Volvo war innovativ für die damaligen Jahre. Neben den obligatorischen Sicherheitsgurten hatten die Schweden den Innenraum bereits für einen Unfall optimiert. Es gab keine scharfkantigen Teile mehr und die Limousine verfügte über eine 2 × 3 Bremsanlage, was dafür steht, dass zwei Bremskreise auf jeweils drei Scheibenbremsen ihre Wirkung entfalten konnten.
Zusätzlich hatten Volvo 144 und 142 spezielle Knautschzonen, womit die Marke vielen europäischen Mitbewerbern ein gutes Stück voraus war. Und es gab drei Überrollstreben aus Stahl, was man als Vorläufer heutiger Sicherheitskäfige im Autobau werten kann.

Wie aber versuchte die deutsche Niederlassung der Schwedenmarke die Kunden von so viel Sicherheitstechnik zu überzeugen?
Rennfahrer mussten in einer Anzeige aus dem Jahr 1970 herhalten. Eine Berufsgruppe, die dem Tod nahestand und definitiv nicht als Feiglinge zu bezeichnen war. Aber für Volvo als Beispiel nützlich erschienen.
Denn auch Rennfahrer nutzen den Sicherheitsgurt, die Wagen verfügten über exzellente Bremsen und natürlich auch einen Überrollbügel.
Ob diese Argumentation damals das gewünschte Resultat zeigte? Volvo war jedenfalls in Deutschland ziemlich erfolgreich, der Slogan Sicherheit aus Schwedenstahl wurde zu einem geflügelten Wort und für Jahrzehnte zu einem Synonym für Volvo.
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So einen fuhr mein Vater. Das beste Auto, das er jemals gefahren hat. Sagt er zumindest.