Der Suzuki Vitara setzte Trends und wollte mit dem V6 nach oben

Vielleicht hätte es ohne Suzuki die SUV-Welle nie gegeben. Der japanische Hersteller setzt zu Beginn der 1980er Jahre ein Zeichen. Mit dem LJ80 rollt ein kleiner Geländehüpfer auf Deutschland zu, der nicht nur sympathisch aussieht. Er ist nicht teuer, er ist robust und er kann Gelände und Straße.

Schon bald bevölkert er an Wochenenden die Sandgruben der Republik und zeigt, was er drauf hat. Am Abend parkt er dann vor der Disco und Stadtbewohner wie Förster und Landwirte entdecken ein bisher nicht dagewesenes Fahrzeug. Es rangiert irgendwo zwischen Spaß und Vernunft und ist ein kaum zu fassendes Phänomen.

Suzuki beobachtet die Lage und handelt. Und schiebt dem LJ80 den Vitara hinterher.

Suzuki Vitara (1997)
Suzuki Vitara (1997)

Der Suzuki Vitara setzte Trends und wollte mit dem V6 nach oben

Der Vitara ist die weichgespülte, manche sagen auch erwachsene, Version des LJ80. Denn die Türen klingen beim Zuschlagen ebenso erbärmlich billig wie beim LJ und wie das kleinere Vorbild basiert auch der Vitara auf einem Leiterrahmen, der eine Evolution der LJ Technik sein soll.

Damit ist klar, auch der Vitara kann Gelände, nicht ganz so überzeugend wie der grazile LJ80, aber die Veranlagung ist da. Besser ist er natürlich in der Stadt und auf Reisen, er kann der offene Geländewagen für den Strand sein oder das Auto für jeden Tag.

Der zuschaltbare Allradantrieb ist eigentlich robust, außer unbedarfte Fahrer schalten ihn bei festem Untergrund auf Asphalt zu. Und die geringere Bodenfreiheit macht ihn anfällig zum Aufsetzen im Gelände, aber generell trifft der pausbäckige Vitara für Suzuki voll ins Schwarze.

Willkommen im Country Club - Suzuki Werbung 1997
Willkommen im Country Club – Suzuki Werbung 1997

Er bedient den Zeitgeist und Suzuki belässt es nicht nur beim 1,6-Liter-Motor und nur einem Radstand. 1990 kommt ein langer Vitara, 1996 ein Turbodiesel und über allem schwebt der 2-Liter-V6-Motor.

Sechszylinder waren immer schon prestigeträchtig, und wenn Suzuki 1997 für den Vitara V6 mit Country Club wirbt, dann ist das ernst zu nehmen. Der Trendsetter versucht sich an der 40.000-DM-Hürde, was damals eine Menge Geld für relativ wenig Technik ist. Aber Suzuki ist zu dieser Zeit fast alleine auf dem Markt unterwegs, der Vorteil des Trendsetters.

Der nächste, halbwegs vergleichbare Wettbewerber ist Daihatsu mit dem Rocky, der archaischer und weniger populär auch für fast 40.000 DM zu haben ist, da ist die Verlockung groß, Kasse zu machen.


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