Mitsubishi Lancer, erfolgreich und ohne besondere Eigenschaften

Zu den Fahrgenerationen aus den 1980er Jahren, die erfolgreich, aber vergessen sind, kann man zahlreiche Modelle von Mitsubishi zählen. Ein klares Beispiel ist der Mitsubishi Lancer, der ab 1983 in der dritten Generation über die Straßen der Bundesrepublik rollte. Er war erfolgreich, aber so unauffällig und ohne besondere Eigenschaften, dass man ihn umgehend vergaß, sobald er aus dem Blickfeld verschwand.

Mitsubishi verstand es damals, Modelle ohne Gesicht auf den Markt zu bringen. Optisch unauffällige Massenware, gefällig, aber auch gleichzeitig beliebig im Design. Hätte man einen anderen Schriftzug auf den Lancer geklebt, es wäre wohl kaum aufgefallen. Vermutlich war es sogar ein Geschäftsmodell, so zu agieren. Die Kunden kauften, die Händler waren damit zufrieden und Mitsubishi sammelte Marktanteile.

Der Mitsubishi Lancer war ein Auto, das man mit Vernunft und Kalkül kauft. Aber vielleicht auch, weil man etwas Gutes für die Umwelt tun wollte.

Mitsubishi Lancer mit dem blauen Umweltengel (1986)
Mitsubishi Lancer mit dem blauen Umweltengel (1986)

Mitsubishi Lancer, erfolgreich und ohne besondere Eigenschaften

Die Japaner ordneten den Lancer oberhalb des erfolgreichen Colt (Link) als Limousine der unteren Mittelklasse auf den Markt ein. Sie spendierten ihr eine zuverlässige Technik mit Motoren, die ab 55 bis maximal 90 PS zu haben waren, und die als robust und günstig im Unterhalt galten. Die Mehrzahl der Kunden griff bei den kleineren Motoren zu und wurde damit glücklich, denn auch die Ausstattung war vernünftig wie das Konzept selbst und nichts, was benötigt wurde, war zu vermissen.

Bei Mitsubishi hatte man mit der dritten Generation aus den Problemen der Vorgänger gelernt, die oft ein Opfer der Korrosion wurden. Viele Teile wurden galvanisch verzinkt und die Behandlung erwies sich als sehr effektiv. Ab dem Sommer 1985 wurde das Angebot um einen zusätzlichen 58 PS Diesel ergänzt. Dann gab es den Lancer auch als Kombi zu kaufen, welchen man sogar mit einem 4 × 4-Antrieb kombinieren konnte.

Allerdings war dieses Extra schon die größte Extravaganz bei einem Auto, das durch und durch unauffällig, aber auch sehr zuverlässig war.

Mitsubishi für die Umwelt, Werbung aus dem Jahr 1986
Mitsubishi für die Umwelt, Werbung aus dem Jahr 1986

Mitsubishi macht Schlagzeilen durch Umweltbewusstsein

Jedoch bringt der deutsche Importeur im Jahr 1986 das Kunststück fertig, positive Schlagzeilen zu produzieren. Es ist die Zeit der aufgeregten Diskussionen um den Katalysator und bleifreies Benzin. Das Waldsterben ist seit Beginn der 80er Jahre in aller Munde, und die Autoindustrie steht unter Druck. Skeptiker wollen mit dem Katalysator sogar das Ende der Freude am Autofahren entdeckt haben, es machen wilde Theorien über den möglichen Mehrverbrauch die Runde.

Davon völlig unbeeindruckt rüstet Mitsubishi Motors in Trebur konsequent die komplette Produktpalette mit Katalysator und Aktivkohlefilter aus. Dem Kunden bringt das eine satte Steuerersparnis und der Hersteller wird als erste Automarke überhaupt mit dem blauen Umweltengel belohnt. Der wird seit dem Jahr 1978 vom Umweltministerium für besonders klimafreundliche Produkte verliehen und hat zu dieser Zeit eine ziemliche Bedeutung.

Mitsubishi wirbt mit Stolz dafür, der blaue Engel ziert auffällig die Anzeigen in den Printmedien. Umweltbewegte Mitmenschen setzen die Marke erstmals auf ihre Einkaufsliste und sie treffen damit keine schlechte Wahl.


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