Leyland wirbt für den Triumph Spitfire mit einem Weltkriegsflugzeug

Als Leyland Motors 1962 den Triumph Spitfire vorstellt, gibt man ihm den Namen eines legendären Weltkriegsflugzeugs. Die Spitfire war das Standard-Jagdflugzeug der Briten im 2. Weltkrieg – das ist 62 längst nicht aus der Erinnerung verschwunden. Die Namenswahl mag in England auf Applaus gestoßen sein.

In Deutschland ist sie für manche problematisch.

Für den Triumph Spitfire 4, die Urversion des kleinen Triumph-Roadsters, passt der Name gut. Er ist klein, spartanisch, er beschränkt sich auf das Nötigste und ist gleichzeitig wendig, agil wie ein Jagdflugzeug am Himmel. Dass der Spitfire zum Erfolg wird, ist von Anfang an klar.

Dass es für eine ewig lange Produktionszeit reichen wird, steht jedoch bislang nicht fest.

Spitfire im Doppelpack - Flugzeug und Roadster
Triumph Spitfire im Doppelpack – Flugzeug und Roadster

Leyland wirbt für den Triumph Spitfire – mit einem Weltkriegsflugzeug

Wenn die Werbung für den Spitfire 4 für ein Cockpit mit englischer Verarbeitung wirbt, dann ist das 1964 kein Makel. Zwar ziehen am Horizont schon dunkle Wolken, aber die wirklich schlechten Jahre kommen erst noch. Die erfolgreiche britische Autoindustrie wird dann tief erschüttert, der wirkliche Abstieg beginnt mit der Gründung der BLMC (British Leyland Motor Corporation), die ab 1968 die von der Abwicklung bedrohten Hersteller von der Insel unter ihrem Dach vereint.

Der Triumph Spitfire steht für die Gattung kleiner, bezahlbarer britischer Roadster, er konkurriert mit dem MG Midget und die Engländer sind in diesem Marktsegment eine erfolgreiche Größe. Die von Michelotti gezeichnete Karosserie altert nie, bis zum Produktionsende 1980, und mit zahlreichen Überarbeitungen (Link) bleibt sie frisch.

Der offene Engländer fährt sich erfrischend direkt, der Wendekreis ist winzig klein. Der Komfort ist von Anfang an ebenfalls bescheiden. Das stört das anvisierte Publikum keineswegs, und Importeur Walter Hagen, der 1964 für den Spitfire wirbt, ist sich der Stärken des Produkts bewusst und bringt sie kurz und bündig auf den Punkt.

Werbung für den Triumph Spitfire 4, 1964
Werbung für den Triumph Spitfire 4, 1964

19 Jahre nach Kriegsende parkt hinter dem Triumph Spitfire eine Vickers Spitfire, was zumindest bei den Älteren wenig gute Gefühle weckt. Während der Luftschlacht um England setzt die RAF auf die Spitfire, die durch ihre Wendigkeit legendär wird und den deutschen Angreifern in diesem Punkt überlegen ist.

Das deutsche Trauma des verlorenen Kriegs wird, wenn nicht durch den Namen des Roadsters, so doch durch das Foto wieder wach. Und was tun die Deutschen? Sie kaufen den Spitfire, Name hin oder her, denn es sind positive Jahre, in welchen es für die junge Bundesrepublik nur bergauf zu gehen scheint. Das Flugzeug wird ausgeblendet oder verdrängt, so wie man vieles zu verdrängen gewohnt ist.

Die Zukunft und Gegenwart sind besser als die Vergangenheit. Vor allem, wenn man sich einen Triumph Spitfire 4 leisten kann.


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