Der Simca 1100 ist heute vielleicht vergessen. So wie es auch die Marke Simca ist. Wenige Enthusiasten halten die Erinnerung an sie weiter am Leben und pflegen die Fahrzeuge. Früher war Simca eine der populären Marken aus Frankreich und wurde in einem Zug mit Peugeot, Renault und Citroën genannt. Selbst in Deutschland verkauften sich die Fahrzeuge gut.
Der Simca 1100 gewann Vergleichstests und galt mit seinem Konzept als wegweisend. Eigentlich hätte er Geschichte schreiben können, denn mit der großen Heckklappe war der 1100 seiner Zeit weit voraus. Er hätte der Trendsetter in der Kompaktklasse werden können, als er 1967 auf den Markt kam. Denn vor dem Golf, der die Heckklappe salonfähig machte, hatte er 9 Jahre Vorsprung.

Der Simca 1100 Special gewinnt Vergleichstests und die Herzen der Käufer
Der Simca gilt als einer der Wegbereiter der Kombilimousine, wofür seine ungewöhnliche Heckform verantwortlich ist. Die Heckklappe hat einen leichten Knick, sie deutet den konventionellen Kofferraum an, und das unterscheidet sich von anderen Fabrikaten mit großem, glatt nach unten gezogenem Heckzugang. Er ist der erste Simca mit Frontantrieb und er nimmt das VW‑Golf-Konzept vorweg.
Seine Bauzeit von 1967 bis 1985 ist lang. Zwischendurch wird der Simca seinen Namen wechseln und auf Talbot-Simca hören. 1971 gehört das Unternehmen aber noch zur Chrysler Gruppe und um das Interesse wachzuhalten, folgt man dem bewährten Konzept und schiebt ein Sportmodell in die Ausstellungsräume der Händler.
Der Simca 1100 Special wird als „Comfort-Sprinter“ bezeichnet. Er leistet als Spitzenmodell 75 PS, was eine Höchstgeschwindigkeit von 158 km/h garantiert und die Kombilimousine zu den flotten Verkehrsteilnehmern macht. Um die Sportlichkeit zu unterstreichen, reduziert der Hersteller den Chromschmuck, ein Muster, das immer funktioniert.

Der Innenraum präsentiert sich sportlich-schwarz. Von der Uhrensammlung am Armaturenbrett mit Holzdekor träumt jeder Sportwagenfan und heute wohl jeder Liebhaber klassischer Fahrzeuge. Das sportliche Lenkrad mit Holzkranz hätte man sich auch in einem Alfa Romeo oder einem britischen Roadster vorstellen können. Das Gesamtkunstwerk darf als gelungen gelten.
Tatsächlich ist es so, dass der 1100 so vielseitig ist, dass er nicht nur Sport kann. Auf seiner Basis entsteht eine Palette kleiner Stadtlieferwagen (VF‑Linie) und ein weiteres Fahrzeug, das seiner Zeit voraus ist. 1976 entwickelt Matra auf der Basis des 1100 den „Rancho“. Dieser kann als Urvater des SUV‑Trends gelten. Mit Frontantrieb und der Optik eines Geländewagens wird er jedoch nicht von allen Kunden verstanden.
Aber das scheint bei Simca ein Teil der Geschichte gewesen zu sein. Der Zeit voraus zu sein. Was nicht immer das Überleben einer Marke garantiert.
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