Mazda ist eine der wenigen Automarken, die sich gegen den Mainstream stellen. Die Japaner taten und tun es bis heute mit dem Wankel, oder mit einem famosen Reihensechszylinder Diesel. Dazu gehören Mut und das Selbstbewusstsein, das Richtige zu tun. Die Kunden zeigen sich dafür meist dankbar, sonst würde es den Hersteller nicht mehr geben.
Der Mazda RX-7 fährt 1978 auf die Bühne der Weltöffentlichkeit. Er ist das, was man Jahre zuvor eigentlich aus Deutschland hätte erwarten können, aber nicht bekam. Ein Sportwagen mit Wankelmotor, jenem umstrittenen Antrieb, den man in seiner Heimat aufgegeben hatte, und dem die japanische Beharrlichkeit zu einem großen Erfolg verhelfen sollte.

Der Mazda RX-7 ist einer der weltweit erfolgreichsten Sportwagen
Für zumindest einen deutschen Hersteller ist der RX-7 ein Erweckungserlebnis. Der Sportwagenhersteller Porsche leidet unter dem Mazda, denn er wildert ungeniert im Revier des Porsche 924. Leistungsmäßig ist der Mazda mit 105 PS und nur einer Tonne Leergewicht absolut auf der Höhe des 924. Dieser hat zwar das anspruchsvollere Fahrwerk, aber unter seiner Motorhaube findet man nur einen Audi Vierzylinder.
Der Mazda bietet hingegen feinste Gourmetware, in Form eines Wankelmotors.
Den Antrieb allerdings muss man beim Blick unter die Motorhaube des RX-7 fast suchen. Das Triebwerk ist kompakt, es baut viel kleiner als der Audi-Motor des Porsche. Und er liegt tief eingebaut, denn die Mazda-Ingenieure haben für ihren Wankel allen Platz der Welt, um ihn optimal zu positionieren.
So ergibt sich ein tiefer Schwerpunkt, eine fast ausgewogene Gewichtsverteilung und eine sportliche Straßenlage. Man kann dem Mazda RX-7 das einfache Fahrwerk mit hinterer Starachse verzeihen, denn diese ist sauber geführt.

Der Mazda RX-7 ist Gourmetware, vom Feinsten
Der Höhepunkt ist tatsächlich das in Lizenz produzierte Wankel Triebwerk. Die Japaner haben es auf Haltbarkeit getrimmt und solange es ausreichend Treibstoff, Öl und Kühlung vorfindet, funktioniert es. Es läuft turbinenartig, will gedreht werden und tut dies auch mit einer unglaublichen Leichtigkeit. Natürlich trinkt der Mazda beim Hochdrehen eine große Menge an fossiler Energie. Man kann ihn mit 15 Litern auf 100 Kilometern fahren, oder mehr oder weniger, es ist nur eine Frage der Disziplin.
Da der turbinenartige Lauf zum Hochdrehen auffordert, installiert Mazda eine akustische Warnung vor dem Überdrehen. Die ertönt, wenn man es bei fast 200 Sachen auf der Autobahn zu wild treibt, dem 925 hartnäckig im Nacken sitzt, und die Existenz des Wankel Aggregats zu gefährden droht.
In Deutschland ist der RX-7 mit 22.000 DM rund 6.000 DM günstiger als der Porsche, der im Gegensatz zum japanischen Sportwagen eine bemerkenswerte Aufpreisliste mit sich herumschleppt. In Nordamerika ist der Preisunterschied noch größer, und Mazda nimmt den Zuffenhausenern zu dieser Zeit richtig massiv Kunden ab.
Das Image des RX-7 ist enorm hoch. Wenn er mit ausgefahrenen Klappscheinwerfern am Horizont auftaucht, signalisiert er den Sportwagen und alle anderen haben den Weg zu räumen, was sie auch tun.
Heute träumt man von einem bezahlbaren Wankel Sportwagen, vermutlich tut man es vergebens. Denn jenseits seiner immer noch ungebrochenen Faszination geht das von Felix Wankel (Link) erdachte Triebwerk weiterhin nicht sparsam mit fossilen Energieträgern um.
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