Mit dem Granada haben die Kölner in den 80er Jahren ein ernst zu nehmendes Oberklasse Angebot im Programm. Wer in eine Ghia Variante investiert, der erhält echten Oberklasse Flair zum vernünftigen Preis, und auch technisch kann der große Ford mit den Marken aus Stuttgart und München mithalten. Mit dem Granada 2.8i GLS wagt der Hersteller einen Spagat.
Denn es stellt sich die Frage: Ist er sportlich oder komfortabel? Auf jeden Fall ist die Kombination außergewöhnlich und höchst interessant. Herzstück ist der nach damaliger Einschätzung famose 2.8i V6 Motor mit elektronischer Einspritzung. Er wird in den Fachmedien hochgelobt und zählt mit der Leistung von 160 PS zu den prestigeträchtigen Angeboten auf dem Markt. Ford ist zu diesem Zeitpunkt nicht ohne Grund Marktführer in der Sechszylinderklasse in Europa.
Doch der Motor ist ein klarer Komfortantrieb mit einem schönen Klang und technisch auch auf der Höhe der Zeit. Jetzt wird er im Granada GLS mit sportlichen Attributen versehen. Geht das gut?

Der Ford Granada 2.8i GLS – ist er sportlich oder komfortabel?
Ford legt dazu die Karosserie des Granada um 9 mm tiefer. Das Fahrwerk wird modifiziert und erhält vorn einen verstärkten Stabilisator und hinten Federn mit einer progressiven Kennung. Rundum werden straffere Gasdruckstoßdämpfer von Bilstein eingebaut, die angetriebenen Hinterräder erhalten einen leicht negativen Sturz. Vorn installiert der Hersteller jetzt innenbelüftete Scheibenbremsen, dann garniert er das Paket mit den innovativen TRX Reifen von Michelin.
Das Image der TRX Technologie ist damals hoch. Die Reifen sind nur auf speziell dafür entwickelten Felgen einsetzbar und nur teure, prestigeträchtige Autos fahren ab Werk mit TRX Reifen. BMW verwendet sie für die 3er bis 7er Baureihe, Citroën setzt sie beim CX ein (Link). Jaguar und Alfa Romeo sind mit von der Partie und Saab montiert sie auf den 99 und 900 Turbo (Link).
Das S-Fahrwerk wird mit einer reichhaltigen Wohlfühlausstattung kombiniert
Allein der Umstand, dass die Reifen, die für bessere Straßenhaftung und mehr Komfort stehen, auch beim Granada zu finden sind, zählt eine Menge. Wer allerdings jetzt in Kombination mit dem sportlichen S-Fahrwerk eine entsprechende Ausstattung erwartet, der irrt sich.

Ford belässt es bei der GL Ausstattung, die unterhalb der luxuriösen Ghia Variante angesiedelt ist. Sie kann eigentlich alle Wünsche erfüllen und bewegt sich auf einem hohen Niveau, und nur wer ein Ausstattungsfetischist ist, wird hier enttäuscht.
Denn der Granada verwöhnt die Mitreisenden nicht nur mit edlem Velours und Holzeinlagen am Armaturenbrett. Zusatzinstrumente informieren über die aktuelle Drehzahl, den Öldruck und den Ladzustand der Batterie. Zwei schwenkbare Leseleuchten, die Zentralverriegelung und eine Ausschaltverzögerung der Innenbeleuchtung sind keineswegs selbstverständlich und runden das Wohlfühlpaket ab.
Das S-Paket ist auch mit anderen Ausstattungen kombinierbar
Wer sich noch mehr wünscht, kann es extra bestellen. Optional gibt es einen Bordcomputer oder eine hochwertige Lederausstattung.
Ford schreibt damals, „dass die komfortable Ausstattung im Innern den Charakter der sportlichen Technik hervorragend ausgleicht“. Der Kontrast jedenfalls ist interessant und die Marke schließt eine Nische für Fahrer, die gerne sportlich unterwegs sind, aber dennoch bequem und entspannt reisen wollen. Das S-Paket, welches das sportliche Fahrwerk enthält, ist für alle Fälle auch mit der günstigeren L- oder der luxuriösen Ghia Ausstattung kombinierbar.
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