Es gibt sie, die Autos mit einer ewig langen Produktionszeit. Diese Neuwagen, die eigentlich bereits Klassiker sind, aber immer noch aus den Werkshallen fahren. Der Renault 16 gehört dazu, er bringt es auf beachtliche 15 Jahre. In dieser Zeit wird er immer wieder verbessert, aber er behält weitgehend seine ursprüngliche Form. Vielleicht geschieht es, weil das Design von Gaston Juchet einfach immer gültig und nicht zu verbessern ist.
Denn, was hätte man am Renault 16 grundlegend verändern wollen?
Die Karriere des Dauerbrenners, der nie altern will, beginnt 1965. Renault liefert ein für die Deutschen typisch französisches Auto ab. Etwas extravagant, doch nicht in einem polarisierenden Maße wie ein Citroën. Bequem, gut gefedert, variabel und robust. Das ist Reisen wie Gott in Frankreich, ohne Reue und offensichtlich ohne jeden Alterungsprozess.
1975 ist der Renault 16 dann bereits ein Jahrzehnt unterwegs und sein Hersteller nennt ihn ein Dauererlebnis.

Der Renault 16 ist einer der Dauerbrenner, die nie altern wollen
Allerdings kratzt zu dem Zeitpunkt das Alter bereits ein wenig am Renault 16. Die westliche Welt hat sich erst von der Ölkrise erholt, das Interesse der Kunden am doch schon 10 Jahre alten Veteranen lässt spürbar nach. Der Hersteller steuert gegen, denn eigentlich ist das Konzept zeitlos gut. Der Renault 16 bietet immer noch viel Platz und Komfort, er ist variabel und kann bis zu 1.200 Liter Gepäck transportieren. Baut man zusätzlich die Rücksitzbank aus, was nicht unüblich war, konnten es sogar 1.600 Liter sein.
Das bieten zu jener Zeit in dieser Klasse nicht viele, und auch gegen den hohen Verbrauch unternimmt man etwas. Der 5. Gang ist ein Spargang, er ist lange übersetzt und folgt damit dem Zeitgeist. 8,5 Liter auf 100 Kilometer werden versprochen, das klingt beruhigend und ist vielleicht doch zu wenig.
Denn so richtig zündet das Interesse nicht mehr, daher wird das Angebot verkleinert.

Ein Abschied auf Raten, der erst 1980 endgültig wird
Im Laufe des Jahres 1975 entfallen die verbrauchsintensiven Automatikversionen, ein Jahr später streicht man auch die Ausstattungsvarianten zusammen. Es ist ein Abschied auf Raten, der sich tatsächlich bis zum Jahr 1980 hinzieht. Dann, nach 15 Jahren, nimmt der Dauerbrenner seinen Hut und verschwindet aus den Verkaufsräumen.
Aus der Öffentlichkeit zieht sich der Renault 16 dennoch nicht zurück. Mit 1,85 Millionen Exemplaren bleibt er lange nach dem Ende seiner Produktion noch präsent, Gebrauchtwagenkäufer wissen den hohen Komfort und die Variabilität zu schätzen. Selbst im hohen Alter konnte man den Mittelklasse Renault noch häufig in afrikanischen Ländern antreffen, wohin er im großen Maßstab exportiert wurde.
Rückblickend hat dieses Fahrzeug Maßstäbe in der modernen Mittelklasse gesetzt. Der Frontantrieb und die große Heckklappe waren beim Markteintritt der Zeit weit voraus. Der Renault 16 wurde zum Vorbild vieler anderer Hersteller, die das Konzept nachahmten, und nur einige Jahre später war es europäischer Standard.
Mit vielen schlauen Details (Link) und seiner zweckmäßigen Linie konnte Renault die Kunden überzeugen. Der R 16 war von seinen Machern überraschend gut durchdacht und auf seine Art auch eine der automobilen Revolutionen aus Frankreich.
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Dieses Gelb! Ich bin schockverliebt!