Ford lieferte immer wieder eine Menge Sportlichkeit für vergleichsweise wenig Geld, und der Escort RS 2000 machte da keine Ausnahme. Obwohl er zuerst nur in Deutschland vertrieben wurde, war er ein Produkt der FAVO (Ford Advanced Vehicle Operations), die seit 1970 in Aveley, Großbritannien ansässig war.
Die Schmiede für sportliche Ford-Fahrzeuge produzierte in den 70er Jahren schon den RS 1600 BDA, 1973 kam der RS 2000 dazu. Außerdem entwickelten die Engländer Tuning-Kits, was das bedeutende Schlüsselwort der RS 2000 Geschichte ist. Der Umstand, dass der Escort Kult wurde, verdankte er der Tatsache, dass es nicht mit der Basis getan war, die man bei einem Händler der RS-Organisation kaufen konnte.
Denn da ging in jeder Beziehung noch sehr viel mehr.

Der Ford Escort RS 2000 war ein sportliches Sonderangebot.
Tatsächlich leistete sich Ford Deutschland den Luxus einer eigenen RS-Vertriebsstruktur. Mitte der 70er waren es 79 RS-Händler, die alleine berechtigt waren, sowohl den Escort RS 2000, als auch das Tuning-Zubehör zu verkaufen, sowie die Umbauten vorzunehmen.
Die hatte das sportliche Sonderangebot generell nicht nötig, machte es aber umso reizvoller.
Ford betrieb mit dem RS 2000 zwar Preisdumping, er war für unerhört kleines Geld zu erwerben. Der Escort kostete 10.400 DM, ein BMW 2002 12.300 und ein Alfa 11.990. Mit beiden konnte der Kölner mit englischer Geburt mithalten. Mit 176,5 km/h in der Spitze lag er gleichauf mit dem 180 km/h schnellen Alfa und dem 174 km/h schnellen BMW. In der Beschleunigung hängte er beide Mitbewerber in allen Disziplinen ab, der Ford hatte es in sich.
Und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Denn die Ford-Rezeptur war äußerst einfach. Zwar leistete man in England viel Detailarbeit und verstärkte die Karosserie an neuralgischen Stellen. Aber das Geheimnis war es, einen eigentlich unspektakulären 2-Liter-Motor mit bürgerlichen 100 PS in ein nur 900 Kilogramm leichtes Auto zu verpflanzen.
Einfache Technik, mit ausreichend Leistung in kompakte Autos einzubauen, war und ist ein bewährtes Rezept der Verbrenner-Kultur, die nicht nur Ford beherrschte.

Garniert mit einer Vollausstattung, die komplett instrumentiert keine Wünsche, außer vielleicht die der besseren Ergonomie und Ablesbarkeit offen ließ, war der RS 2000 ein unschlagbares Gesamtpaket.
Ford hält Tuningkits und Zubehör bereit.
Allerdings wäre er nicht zum Kult geworden, hätte Ford nicht reichlich Zubehör und Tuning Kits bereitgehalten. Die Zeitschrift Auto-Motor-Sport stellte im ersten Test der Ausgabe 13/1973 nüchtern fest, dass man mit Tieferlegungssätzen, Überrollbügel, Sperrdifferential, Aluminiumfelgen und Spoilern inklusive Umbau den Einstandspreis locker verdoppeln könnte. Ohne dabei die Leistung als solche gesteigert zu haben.
Tatsächlich wurde der Escort RS 2000 gerne bei Motorsportveranstaltungen bewegt und Generationen von Amateurfahrern liebten ihn. Ford wiederum tat alles, um die Liebe am Leben zu halten. Wem die 100 PS nicht ausreichend erschienen, für den gab es mit offiziellem Segen ab Ende 1973 zwei Tuningkits, die noch einmal 15 oder 25 % mehr Leistung möglich machten.
Spätestens jetzt war das sportliche Sonderangebot keines mehr, es war nur der Einstiegspreis, der wirklich günstig war.
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