Mitte der 1980er Jahre bricht in Deutschland das Turbo-Fieber aus. Saab heizt es mit dem 9000 Turbo an, Audi hält mit dem 200 Turbo dagegen. Und Fiat liefert 1985 den Uno Turbo i.e. Ein Kleinwagen, der so cool ist, dass ihn jeder haben möchte. Kaum ist der starke Uno auf dem Markt, parkt er in München gefühlt an jeder Straßenecke.
Fiat ist mit dem Uno generell zurück auf die Überholspur gewechselt. Der im März 1983 eingeführte Nachfolger des Fiat 127 trifft von Anfang an den Zeitgeschmack. Eigentlich soll er ein Lancia werden, der Konzern plant zwei Kleinwagen auf einer Plattform, und sowohl für Fiat als auch für Lancia liegt jeweils ein Entwurf vor.
Der ursprüngliche Vorschlag, entstanden im hauseigenen Design Center, fällt durch. Aber der von Giugiaro gezeichnete Lancia Entwurf hingegen gefällt und wird zum neuen Fiat Uno.

Der Fiat Uno Turbo i.e. ist cool und teuer und jeder will ihn haben!
Mit der Turbo-Version tut Fiat dann etwas Unerwartetes. Turbo, das riecht in dieser Zeit verdächtig nach Innovation und Abenteuer. Nur sehr wenige Firmen beherrschen diese Technik überzeugend. Das Turboloch des Audi 200 ist tief wie die Partnachklamm und Turbo klingt für die meisten nach Sportwagen, nach Porsche und nach hochkarätigen, teuren Motoren.
Saab hat sich ein Jahr zuvor mit dem 9000 Turbo in die Oberklasse gewagt (Link) und gewonnen. Fiat geht das Risiko im Kleinwagensegment ein und erhält ebenfalls Applaus. Der Uno Turbo holt 105 PS aus einem Motor mit Turbolader und 1,3 Litern Hubraum. Das ist damals beachtlich. Viel mehr beeindruckt aber, dass der kleine Fiat 200 km/h schnell ist und in 8,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100 sprintet.
Nach heutigem und auch nach damaligem Geschmack spielt der Hersteller die Turbo-Karte sehr dezent. Besondere Felgen, einige optische Retuschen und ein paar rote Streifen inklusive eines dezenten Turbo-Schriftzuges. Mehr ist nicht nötig, alles zusätzlich würde das gelungene, stimmige Design des Fiat Uno entstellen.
Auch im Innenraum bleibt man sportlich und geschmackvoll. Die Instrumentierung wird angereichert, die Ladedruck-Anzeige fördert den Spieltrieb und die sportlichen Sitze sind tauglich für viele Autobahnkilometer.

Der Fiat Uno Turbo i.e. ist überraschend teuer
Die Preisgestaltung für den Fiat Uno Turbo ist selbstbewusst, trotzdem verkauft er sich hervorragend. Der Hersteller fordert 19.350 DM, ein Ford Fiesta XR kostet 17.690 DM, ein Polo GT 16.285. Das ist verdammt viel Geld für einen Fiat, zumal man beim Händler dafür auch eine große Regatta 100 Super Limousine aus dem gleichen Haus bekäme.
Warum läuft das mit dem Uno Turbo trotz des hohen Preises? Vermutlich, weil sonst niemand einen Kleinwagen mit dieser Technik bietet, weil Turbo einfach gut und innovativ klingt und weil Fiat das Talent besitzt, das Produkt zu verkaufen.
Nur wenige Jahre später wäre es unangemessen gewesen, einen per Turbo aufgeladenen Motor anzubieten, der erst bei 4000 Umdrehungen seine Leistung auf eine explosive Art zeigt. Doch 1985 ist Fiat zum richtigen Augenblick mit dem passenden Angebot vor Ort. Audi kann es auch nicht besser, wie auch die meisten Mitbewerber.
Allein Saab, der Turbo Pionier, ist eine Motorgeneration voraus, bewegt sich aber mit dem 9000, der ebenfalls in aller Munde ist, in einer Oberklasse Nische. Die Geschichte des Fiat Uno Turbo erreicht als Turbo Uno Racing 1991 mit 111 PS und einem größeren Motor den Höhepunkt, die Uno Familie wird international bis 2013 (Brasilien) hergestellt.
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Wir hatten damals 2 Fahrzeuge mit Giugiaro-Design, einen Saab 9000 Turbo 16 und einen Fiat Uno SX 75, der vor dem Uno Turbo das stärkste Uno-Modell war. Die Ausstattung war gediegen und bequem. Leider war er schnell rostig und musste einem Ibiza mit Porsche-Maschine Platz machen.
Der Uno war extrem erfolgreich. Den Turbo konnte ich nur einmal fahren, die Leistungsexplosion wenn der Lader endlich einsatzbereit war, war beeindruckend.