Citroën ist in den 70er Jahren immer noch eine besondere Marke. Zwar wird die göttliche DS nach einer ewigen Produktionsdauer vom CX abgelöst, aber an dem Avantgarde Anspruch ändert sich nichts. Der CX ist ebenso außergewöhnlich wie es die DS war. Ein Designobjekt in einer automobilen Welt, und der Hersteller ist besonders stolz auf die Herkunft aus dem Windkanal.
CX steht im Französischen als Bezeichnung für den CW Wert, und der lag mit 0,36 damals bemerkenswert niedrig. Schon die DS ist mit 0,38 der Zeit weit voraus, die Arbeit im Windkanal optimiert den Nachfolger. Das von Robert Opron inszenierte Design gilt als Revolution, Frankreich feiert es wie den TGV und die Concorde, und alle drei gleiten scheinbar widerstandslos durch die Luft.
Allerdings hat der Fortschritt auch seinen Preis. Der Citroën CX ist keineswegs ein günstiges Angebot.

Der Citroën CX ist das Avantgarde Objekt, das aus dem Windkanal kommt!
Ein Citroën CX ist richtig teuer, vergleicht man ihn mit seinen Mitbewerbern. Der Lancia Beta 2000 steht mit 16.540 DM in der Preisliste, der große Peugeot 504 TI mit 18.235 DM und selbst der schwedische Volvo 244 DL ist mit 18.695 DM günstiger. Denn der Citroën CX 2400 Super liegt mit 20.950 DM erheblich über diesen Preisen.
Auch gegen die deutschen Anbieter tut sich der CX schwer. Ein vergleichbarer Audi 100 GLS wäre für 18.210 DM zu haben, eine Alfetta 2000 für 17.990 und ein BMW 520 für 19.400. Sogar ein Mercedes 230.4 ist mit 19.980 DM fast ein Sonderangebot, fairerweise aber eines, das im Gegensatz zum Citroën kaum eine nennenswerte Ausstattung an Bord hat.
Allein gegen die Avantgarde aus Deutschland, das einzige Fahrzeug, das von seinem Anspruch her wirklich mit dem Citroën CX zu vergleichen wäre, hat der Preis eine Chance. Der NSU RO 80 (Link) kostet stattliche 22.695 DM und ist damit eines der teuersten Angebote.

Avantgarde, die scheinbar mühelos über die Straße gleitet
Dass sich der CX letztlich doch zahlreich verkauft, liegt an seinem Image und seiner Einzigartigkeit. Mit der Hydropneumatik hat er eine Ausnahmestellung in der Fahrzeugklasse, das Design der Karosserie überzeugt Ästheten und die Bedienung im Innenraum ist futuristisch. Lupeninstrumente und Bediensatelliten überzeugen oder begeistern, und dann bleibt da noch das Fahrgefühl.
Wenn Citroën 1976 eine Werbung zeigt, in der ein CX durch die Luft zu gleiten scheint, dann trifft das ziemlich gut den Nerv der Kunden. Es gab damals noch keine Fahrwerke, mit elektronischer Dämpferverstellung und assistierender KI.
Damit ergibt sich hinter dem Lenkrad ein spürbarer Unterschied zwischen sportlich ausgelegtem Fahren, komfortabler Abstimmung und dem scheinbar mühelosen Gleiten, das nur der große Citroën beherrscht.
Der CX fährt nicht wie andere Autos. Er ist auf eine Art unterwegs, die nur die verstehen werden, die einen kaufen. Er mag teuer sein, aber er ist jede hart erwirtschaftete DM wert, denn er ist zu seiner Zeit einfach einzigartig.
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Eine tolle Werbung. Schon allein das Bild ist Avantgardistisch!
Citroën war mal aufregend unterwegs. Bis zum leider erfolglosen C6 hatte man Autos für Individualisten im Angebot!