Wenn in den 70er Jahren für Tankstellen geworben wird, dann denkt vermutlich kein Mensch an giftige Dämpfe oder an CO₂. Der freundliche Tankwart ist auch bei Texaco zur Stelle, wenn Treibstoff nachgefüllt werden muss, und zumindest für die Deutschen ist diese Marke ein Neuling auf dem Markt.
Da ist Werbung nötig, denn das Tanken gilt bei vielen als Vertrauenssache.
Texaco kennen die Deutschen bis 1966 vielleicht aus den Nachbarländern. Ziemlich sicher aber aus den USA, falls sie jemals dort waren. Flüge über den Atlantik sind damals teuer, nur die Privilegierten können sie sich leisten, der Massentourismus kommt erst noch. Mit der Übernahme des DEA-Tankstellennetzes im Jahr 66 ändert sich hierzulande etwas. Die Amerikaner von Texaco breiten sich aus.

Volltanken an 75.000 Tankstellen weltweit bei Texaco
Das DEA-Zeichen verschwindet, mit ihm lieb gewordene Tank-Gewohnheiten. DEA ist eine der ältesten deutschen Mineralöl-Firmen, jetzt ziehen moderne Zeiten ein. Mit dem Slogan „Mach Station bei Texaco“ der im Fernsehen und Radio läuft, bringen es die Amerikaner zu einiger Bekanntheit, die Stationen werden umfassend modernisiert und der Zeit angepasst.
Texaco ist ein Mineralölriese, der in 120 Ländern aktiv ist. In Deutschland macht die Marke Furore, als 1972 im Lager Lechfeld bei Augsburg die erste Selbstbedienungstankstelle Europas eröffnet. Zuvor gilt der Tankwart und der Servicegedanken als fest verankert.
Dass beim Volltanken natürlich die Scheiben gesäubert werden, vielleicht auch nach Kühlwasser und Scheibenreiniger geschaut wird, gehört zum Dienstleistungspaket dazu. Jetzt aber darf oder muss der Kunde selbst den Zapfhahn bedienen, je nach Sichtweise, und spart dafür ein oder zwei Pfennige pro Liter fossiler Energie.

Ist das der Fortschritt? Der Kunde jedenfalls scheint es so zu sehen. Die Selbstbedienung und der Spargedanke setzen sich durch. Tankwarte sind heute die Ausnahme von der Regel und eine sentimentale Erinnerung.
Texaco hält an den deutschen Zapfsäulen bis 1988 fest. Dann zwingt das Unternehmen ein verlorener Gerichtsprozess, der in einer Milliardenstrafe mündet, zu einem großflächigen Verkauf von Beteiligungen, zu denen auch die Tankstellen hier im Land gehören.
Die RWE AG in Essen übernimmt, der Namen bleibt an den Zapfsäulen noch eine Weile präsent. Nur langsam erfolgt die Umbenennung zurück in den vorherigen Namen DEA, der heute ebenfalls wieder Geschichte ist. Texaco fusioniert 2001 mit dem Mitbewerber Chevron, der Markenname existiert für Mineralölprodukte aber weiterhin (Link).
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