Alfa Romeo, der Vollsortimenter. Ende der 60er Jahre sieht sich der Mailänder Autohersteller gut aufgestellt. Die Palette umfasst Limousinen, Coupes und den offenen Spider. Damit deckt man alles ab, was der Kunde wünschen könnte. Und viel mehr, als es das sportliche Image eigentlich zulässt.
Klar, Alfa Romeo ist eine Sportwagenmarke. Man liest es in jeder Autozeitschrift, und die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ist zeitweise so ausgeprägt, dass man meint, gegensteuern zu müssen. Dann werden Anzeigen geschaltet, dass Alfa Fahrer auf keinen Fall Angeber seien oder in der Werbung ist zu lesen, dass Alfa Romeo Allrounder-Wagen produziert.
Das Marketing versucht das Image etwas zu dimmen und behutsam mitzuteilen, dass hier mehr als nur Sportlichkeit wartet.

Alfa Romeo Limousinen sind Familien-, Reise, Sport- und Allround-Wagen
Natürlich sind Alfa Romeo Limousinen immer sportlich. Langweilige Autos zu bauen, das überlässt die Marke den anderen. Kapriziöse Autos, mit Spaß-Faktor, das kann man hingegen. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Die Produktpalette für Deutschland umfasst 1968 die Oberklasse-Limousinen 1750 und 2000 Berlina, die langsam auf ihre Ablösung zurollen.
Was sich jedoch verzögert, da im Hintergrund das Alfasud Projekt alle Kapazitäten belegt.
Eine Legende ist die Giulia, sie ist der Benchmark der Sportlimousinen, der internationale Durchbruch für die Marke (Link) und die Alfa Romeo Limousine überhaupt. Sie stellt die andauernde Herausforderung für BMW dar. In den Testberichten dieser Jahre ist der ernst gemeinte Appell zu lesen, dass Giulia Fahrer bitte verantwortungsvoll mit dem Potenzial ihres Alfa Romeo umgehen sollen, um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu sehr zu verschrecken.
Es gibt zusätzlich das nicht minder attraktive Sprint Coupé und den Duetto Spider, der zur ewigen Legende werden soll. Die Jahre zählen, was den Absatz betrifft, mit zu den besten für Alfa Romeo. Sie sind so gut und das Image so stark, dass man es mit etwas Vernunft versuchen kann.
1968 wirbt Alfa Romeo in der deutschen Presse tatsächlich mit dem Vernunftargument. Ein Alfa, der ist zugegeben der Hecht im Karpfenteich. Und es macht Spaß, einen zu fahren. Aber da gibt es die Vernunft, denn die Alfa Romeo Limousinen sind Familien, Reise, Stadt, Sport und Allround-Wagen in einem.

Familie, Vernunft und der Appell für die Alfa Romeo Limousinen
Aus heutiger Sicht, in einer Zeit in der Menschen meinen, ohne SUV keinen Bordstein erklimmen zu können, klingt das schon mutig. Eine Limousine für eine ganze Familie? Man kann es und Generationen von Alfa affinen Familien haben es getan. Sie haben den Klang der Motoren genossen, das ikonische Design und die technischen Finessen einer großen Marke.
Sie sind verwegen mit ihrer Giulia über die Alpenpässe gefahren, haben Italien für sich entdeckt und haben die Pfade jenseits des Tourismus erkundet. Mit Autos, die gerade mal eine Tonne Gewicht auf die Waage schoben, ohne elektronische Helfer, Assistenten und ohne unsägliche Schießscharten ähnliche Aussichtsluken, wie sie SUV heute haben. Natürlich auch ohne ChatGPT, das Erkunden eines unbekannten Landes war eine herausfordernde Disziplin an sich.
Es waren Zeiten mit Stil und Klasse. Und etwas Abenteuerlust, denn die Alfa Romeo Allround-Wagen konnten, wie zuvor besprochen, auch kapriziös sein.
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