Alfa Romeo Alfetta GT, der Giugiaro Keil aus Arese

Im Italien der 70er Jahre rollen viele der weltweit attraktivsten Traumwagen von den Bändern. Alfa Romeo spielt in diesem Orchester eine wichtige Rolle, unvergessen sind der Spider und der extreme Montreal und natürlich die Alfetta GT. Sie gilt als Idealform des Coupés, nicht nur für eingefleischte Alfisti.

Das Arese Werk ist damals voll mit automobilen Schönheiten, die heute einen Suchfaktor entwickeln. Nicht nur im Stand ist die Alfetta betörend, sie löst auch beim Fahren ein, was die Form verspricht. Ihr Geheimnis liegt nicht alleine im Antrieb, der jenen tollen Klang entwickelt, der die Sinne aktiviert. Da ist noch mehr.

Alfa Romeo Alfetta GT, Keil aus Arese
Alfa Romeo Alfetta GT, Keil aus Arese

Alfa Romeo Alfetta GT, der Giugiaro Keil aus Arese

Die Alfetta verfügt über die bei Alfa Romeo typische Transaxle Bauweise. Der Motor sitzt vorn, das Getriebe rückt nach hinten, vor die Hinterachse. Die Bauart ist aufwendig. Porsche pflegt sie ebenfalls bei den Baureihen 928, 944 und 968, und sie führt zu einer perfekten Balance. Die 50:50 Gewichtsverteilung zaubert die optimale Straßenlage, die Alfetta räubert durch die Kurven.

Natürlich hat die Alfetta GT die aufwendige DeDion Hinterachse von der Alfetta Limousine übernommen, ist aber kein simpler Ableger des Viertürers, dem Giugiaro einfach das schickere Blechkleid schneidert. Alfa Romeo kürzt den Radstand um 111 mm und das Ergebnis gefällt.

Die Verkaufserfolge der Limousine, die ab 1972 ausgeliefert wird, und der Alfetta GT, die ab 1974 erworben werden kann, sind anfangs enorm. Denn das Technikpaket von Giuseppe Busso, dem leitenden Entwicklungsingenieur, wurde zuvor im Rennsport erprobt.

Jetzt kommt es auf die Straße.

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Doch wie so oft in der Geschichte von Alfa Romeo bremst die Marke sich wieder selbst aus. Die Qualität ist leider miserabel, die Zuverlässigkeit ist dramatisch schlecht und dann kommen Probleme mit auftretender Korrosion dazu.

Wer fragt, wie aus dem Arese Werk, damals eine der modernsten Autofabriken weltweit, so wunderbare Autos in so armseliger Qualität kommen können, der muss sich die politischen Verhältnisse in Italien anschauen. Wilde Streiks legen in der Mitte der 70er Jahre das Land lahm, sie betreffen nicht nur die Arese Fabrik, auch das Mirafiori Werk von Fiat steht still und fast jede andere Autofabrik ebenfalls.

In dieser Atmosphäre leiden die Motivation der Mitarbeiter und die Qualität. So nutzen die Schönheit und das ausgefeilte Technikpaket der Alfetta GT letztlich wenig, die immer wieder als Überraschungspaket zu den Kunden rollt.


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