Sportliche Alfa Romeo tragen bis heute das vierblättrige Kleeblatt in der Modellbezeichnung. Der Alfa 33 Quadrifoglio ist der sportliche Beitrag der großen Mailänder Automarke in den 80er Jahren zur Kompaktklasse. Er wildert in der Golf-Klasse und er soll die Verfehlungen seines Vorgängers vergessen machen.
Der Alfasud war visionär gestartet und er schrieb Geschichte (Link). Er hat die Möglichkeit, statt der Golf-Klasse eine Alfasud Klasse zu etablieren. Doch er scheitert kläglich. Mit dem Alfa 33 wagen die Italiener den zweiten Anlauf, der im Rückspiegel betrachtet etwas zu wenig inspiriert gewesen scheint.

Sportlichkeit im Zeichen des Kleeblatts, Alfa Romeo 33 Quadrifoglio
Was macht einen Alfa aus? Es ist in erster Linie der Motor. Der neue 33 erhält den traditionellen Vierzylinder Boxer aus dem Alfasud, der ist drehfreudig und gut bei Stimme. Mit 105 PS Leistung im Quadrifoglio entspricht er dem, was in der GTI Liga Standard ist, Er muss sich nicht verstecken, alles ist gut. Und während der Motor die Alfisti freut und die Ingenieure dem 33 ein an der Lenksäule befestigtes Armaturenbrett schenken, wie es sonst nur noch der Porsche 928 hat, geschieht anderswo Bedenkliches.
Zwar übernimmt der Alfa 33 das Fahrwerk seines Vorgängers, das nie Anlass zur Kritik bot.
Aber: Die hinteren Scheibenbremsen werden gegen einfache Trommeln getauscht, die vorderen Bremsscheiben wandern nach außen an die Radnaben. Letzteres ist gut, um die Wartungskosten zu senken; ersteres geht in Ordnung, da der leichte 33 auch mit Trommeln ausreichend verzögert.
Außerdem spart Alfa Romeo Kosten in der Produktion.
Aber es ist nur in Ordnung und ein Verrat an der traditionell kompromisslosen Sportlichkeit, für die Alfa steht.

Dazu kommt, dass der Alfa 33 primär auf Komfort und weniger auf Sportlichkeit getrimmt wird. Das direkte Ansprechen des Vorgängers ist Vergangenheit, eingefleischte Fans bedauern dies.
Mit der kantig gezeichneten Karosserie, die auf eine maximal automatisierte Fertigung ausgelegt ist, kann sich ebenfalls nicht jeder anfreunden. Sie ist ein Tribut an die fortschreitende Automatisierung und die Überlegung, dass Arbeiter in Süditalien reichlich und gerne streiken. Roboter tun das aber niemals.
Der Alfa 33 bleibt trotz Robotertechnik von der Solidität, welche ein VW Golf GTI ausstrahlt, weit entfernt. Das blecherne Scheppern einer zugeschlagenen Autotüre ging beim Alfasud in Ordnung. Beim 33 hingegen ist es erschütternd.
Trotzdem wird er ein enormer Verkaufsschlager. Nach dem Alfasud ist er bis heute der meistproduzierte Alfa aller Zeiten. 866.958 Limousinen und 122.366 Giardinetta genannte Kombis verlassen die Fabrik im Süden Italiens.
Erklärbar ist der Erfolg durch die Motoren und die enorme Strahlkraft, welche die Marke immer noch besitzt. Der Stern von Alfa Romeo sinkt nur langsam, immer wieder gibt es Höhepunkte, welche vom Sinkflug ablenken. Und so geht es weiter bis in die Gegenwart.
Entdecke mehr von carstories
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

