Dass die Welt nicht fair ist, merken die Entwickler des VW-Porsche 914 von Anfang an. Die Fachpresse und die, die eine echte Ahnung von Sportwagen haben, sind vom Start weg voll des Lobs für das Volkswagen-Porsche-Gemeinschaftsprojekt. Der überwiegende Rest, und das sind unglücklicherweise die möglichen Käufer, hat mit ihm gewisse Schwierigkeiten.
Die drückt sich in einer Kaufzurückhaltung aus und möglicherweise ist es die arg sachlich geratene Karosserieform, die so gar nicht in die Porsche-Familie passen will. Davon abgesehen ist der 914 ein faszinierender Mittelmotorsportwagen, mit einer leider nur kurzen Karriere.
1969 auf dem Markt gekommen, wird der VW-Porsche regelmäßig verbessert. Zum Modelljahr 75 stehen frische Farben und mehr in der Agenda. Hilft das zum ersehnten Durchbruch?

Bringt der Mut zur Farbe dem VW-Porsche 914 den Durchbruch?
Gleich neun neue Farben kündigt die Porsche-Vertriebsgesellschaft in Ludwigsburg im Herbst 1974 an. 13 Farben sind jetzt insgesamt lieferbar, von Malagarot bis Palma Metallic. Die Namen geben Weltläufigkeit vor, der 914 soll ein Kosmopolit sein, es ist tatsächlich das Zeitalter der schrillen Farbmuster.
Als Sicherheitsfarben bekannt, findet man im Straßenverkehr unzählige orange, gelbe, weiße und blaue Autos. Auch Porsche macht mit, einen orangefarbenen 911 sieht man öfter als vermutet, und die Zeit, in der die meisten Porsches in Depressions-Farben beim Händler stehen, ist noch weit weg. Ebenso die Tatsache, dass Porsche geländewagenähnliche Fahrzeuge an den Kunden bringt oder schwergewichtige elektrische Autos.
Porsche baut Sportwagen, das ist die Devise aller Zuffenhausen-Gläubiger. Hätte man vor 50 Jahren das heutige Modellangebot prognostiziert, es wäre eng geworden.
Der VW-Porsche ist jedenfalls ein echter Sportwagen, der kontinuierlich modellgepflegt wird. Der 914 bekommt zum neuen Modelljahr eine selbstreparierende Stoßstange. Sie verkraftet problemlos eine Kaltverformung bis zu einer Geschwindigkeit von 8 km/h, die Innovation kommt von Saab (Link), die Schweden führten sie 1972 mit dem 99 ein.

Sonst aber hält sich Porsche mit Verbesserungen zurück. Es bleibt beim 2-Liter-Motor mit 100 PS und dem 85-PS-Basis-Antrieb aus dem VW 412, den die meisten Kunden wählen. Der stärkere Motor ist gut für Tempo 190, der kleinere für 178 km/h. Den teueren Sechszylinder Antrieb gönnen sich über die ganze Produktionszeit nur verschwindend wenig Kunden (Link).
Die Verkäufe bleiben weiter unter den Erwartungen, die Beziehung zwischen Volkswagen und Porsche ist in diesem Projekt generell nicht einfach, worunter alles leidet. Wie unter der Verwendung von VW-Motoren, vielleicht sogar dem Doppelnamen und dem Bewusstsein der Stammtische, dass der 914 im Herzen doch nur ein VW sein könnte.
Die Produktion läuft tatsächlich schon 1976 aus, aus dem 914 wird keine unendliche Klassiker-Geschichte wie aus dem 911, die niemals fertig erzählt sein wird und immer wieder weitergeht. Das ist schade, denn die sportlichen Gene sind vorhanden und der 914 hätte mehr verdient.
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Vor allem lackierte man die Stosstange nicht, so wie man es heute tut. Damals kam erst die Funktion, dann das Design. Einfach großartig.
Den Motor hat es danach immerhin noch in einen „richtigen“ Porsche verschlagen. Da 1976 die US-Version vom 924 noch nicht fertig war, gab es dort für ein Jahr nochmal eine Vierzylindervariante vom 911, den 912E.
Mit Abgasentgiftung und anderen US-Anpassungen, waren aber nur noch 90 Pferde übrig.