Wer in die 80er Jahre zurückschaut, entdeckt die Formel E. Eine Formel, die nichts mit Elektroauto und Co. zu tun hat, die aber den Gedanken, sparsam mit Energie umzugehen, verfolgt. Formel E Autos gab es für eine gewisse Zeit, VW spielte nicht nur mit dem Golf, sondern mit der kompletten Modellpalette mit.
Andere Hersteller verfolgten ebenfalls eine Formel E Strategie, manchmal unter anderem Namen, aber das Konzept war fast überall das Gleiche. Man nimmt einen Motor mit viel Hubraum, der höher verdichtet wird oder dessen Leistung man drosselt. BMW spielte als Formel-Akteur mit dieser Karte. Den Motor kombiniert man mit einem Getriebe, das natürlich länger übersetzt ist, um Drehzahlen zu senken und Sprit zu sparen.
Der letzte, höchste Gang, wird dann zum Gang E. Wer Lust hat, gibt dem Konzept noch etwas aerodynamischen Feinschliff dazu.

Formel E, dieses Auto ist noch sparsamer als der Golf
Beim Golf spendierte Wolfsburg ein 3 + E Getriebe mit vier Gängen, beim Passat, der fortan seine Höchstgeschwindigkeit im 4. Gang erreichte, war es wie beim Santana ein 4 + E Getriebe. Um den Verbrauch noch weiter zu senken, betrieb Volkswagen Feinarbeit und versah den Golf mit einem großen Frontspoiler und verkleidete die A-Säulen der Windschutzscheibe flächig.
Damit der Kunde tatsächlich sparsam unterwegs war, denn das 3 + E Getriebe raubte dem Golf eine Menge Temperament, was dazu verleitet, die unteren Gänge auszudrehen, installierte man eine Verbrauchsanzeige mit zusätzlicher optischer Signalisation im Instrumentencluster.
Ein gelbes Birnchen mahnte Schaltarbeit und sparsame Fahrweise an und belohnte dann mit einer Ersparnis von 1 bis 2 Litern Benzin oder Diesel auf 100 km/h, je nach Motorisierung.

Das Formel E Paket war mit allen Ausstattungsvarianten zu kombinieren und mit den meisten Motoren. Der Formel E Schriftzug am Heck des Volkswagens signalisierte allen, dass hier ein besonders umweltbewusster und sparsamer Fahrer unterwegs war.
Die Fachpresse lobte die Hersteller, das Konzept war einfach und effizient, und beim VW Passat gab es 1981 sogar eine Start-Stopp-Automatik. Das war der Zeit voraus. Zu weit voraus für die Käufer, wie man rückblickend feststellt.
Die Idee, mit langweiligeren Autos oder besser, mit vernünftigeren Autos, Energie zu sparen, kam beim Publikum schlecht an. Das ignorierte trotz handfester Vorteile nicht nur bei VW das entsprechende Konzept, das neben einer reduzierten Spritrechnung auch mehr Geräuschkomfort durch Drehzahlsenkung versprach.
Die Formel E Idee verschwand, durch einen anhaltenden Kundenboykott, bald wieder aus den Preislisten.
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